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Spartipps für Azubis: Alle Fördermittel und Vergünstigungen im Überblick

Lillia Seifert am 30.08.2021
ca. 1222 Worte
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Spartipps für Azubis: Alle Fördermittel und Vergünstigungen im Überblick
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Inhalt:
  1. Finanzielle Fördermittel: Diese Zuschüsse gibt es in der Ausbildung
    1. Berufsausbildungsbeihilfe
    2. BAföG in der Ausbildung
    3. Wohngeld in der Ausbildung
    4. Kindergeld in der Ausbildung
    5. Stipendien in der Ausbildung
    6. Bildungskredit in der Ausbildung
    7. Leistungen nach §27 SGB II
  2. 5 Spartipps in der Ausbildung: Diese Vergünstigungen bekommen Azubis
    1. Tipp 1: Fahrtkosten- und Mobilitätsangebote
    2. Tipp 2: Rabatte durch Schüler- oder Azubiausweis
    3. Tipp 3: Günstige Mobilfunk- und Internetverträge
    4. Tipp 4: Kostenlose Girokonten
    5. Tipp 5: Niedrige Versicherungstarife

Eine Berufsausbildung läuft meist betrieblich oder schulisch ab, allerdings musst du in beiden Fällen mit einem geringen Gehalt rechnen – da wäre es doch schön, ein wenig finanzielle Unterstützung zu bekommen, oder? Zuschüsse und Vergünstigungen kennst du bisher vermutlich nur aus deiner Schulzeit. Doch auch als Auszubildender warten aufgrund der meist geringen Ausbildungsvergütung einige staatliche Fördermittel und Ermäßigungen auf dich. Wir geben dir im Folgenden die besten Spartipps und finanziellen Hilfsmittel an die Hand, die dir den Alltag in der Berufsausbildung erleichtern.

Finanzielle Fördermittel: Diese Zuschüsse gibt es in der Ausbildung

Sobald du deine Schule beendet hast und dich um einen Ausbildungsplatz bewirbst, schaust du vermutlich mit Freude auf dein erstes eigenes Gehalt. Doch in vielen Ausbildungsberufen ist die Vergütung nicht besonders hoch, vor allem im ersten Lehrjahr. Da reicht das Geld vorne und hinten nicht, wenn du eine eigene Wohnung mieten und für deinen Lebensunterhalt selbst aufkommen möchtest.

Es gibt allerdings einige Angebote in Deutschland, die Auszubildende bei ihrem Weg in die berufliche Zukunft unterstützen. Wir geben dir nun einen Überblick über die staatlichen Förderungen für Auszubildende:

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) kannst du nur beantragen, wenn du eine staatlich anerkannte duale Ausbildung machst. Außerdem müssen deine Eltern Geringverdiener und dein Ausbildungsgehalt gering sein. Der Staat zahlt dir dann eine Unterstützung von bis zu 723 Euro, jede nachdem, wie viel deine Eltern (oder dein Ehepartner) verdienen. Die BAB muss nicht zurückgezahlt werden, was die Förderung besonders attraktiv macht. Nähere Informationen findest du bei der Bundesagentur für Arbeit.

BAföG in der Ausbildung

Wenn du dich für eine schulische Ausbildung entschieden hast, ist die beste Möglichkeit der finanziellen Unterstützung in der Ausbildung das BAföG. Dieses wird nicht nur Studenten mit geringem Einkommen gewährt, sondern auch Azubis, deren Eltern wenig verdienen. Dabei wird der Betrag individuell berechnet, sodass dir ein Höchstsatz von bis zu 861 Euro gewährt werden kann. Den monatlichen Zuschuss musst du allerdings nach einer gewissen Zeit anteilig zurückzahlen. Bei Bedarf kannst du dich an das Amt für Ausbildungsförderung wenden und einen Antrag auf BAföG für deine Ausbildung stellen.

Wohngeld in der Ausbildung

Falls die Berufsausbildungsbeihilfe nicht für dich infrage kommt und du die Voraussetzungen für Azubi-BAföG nicht erfüllst, kannst du immerhin Wohngeld beantragen. Dieses steht allen Geringverdienern in Deutschland zu und muss nicht zurückgezahlt werden. Du musst lediglich volljährig sein und einen Nachweis in Form des Mietvertrages erbringen, dass du nicht mehr die deinen Eltern wohnst und eigenständig für die Mietkosten aufkommst. Außerdem musst du dem zuständigen Amt deiner Stadt den Ablehnungsbescheid des Antrags auf BAB vorlegen.

Kindergeld in der Ausbildung

Für jeden Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren erhalten seine Eltern Kindergeld vom Staat. Je nachdem, ob du das erste oder dritte Kind in deiner Familie bist, belaufen sich die Beiträge auf 204 bis 235 Euro pro Monat. Das Kindergeld muss niemals zurückgezahlt werden, allerdings wird es lediglich bis zum Abschluss der ersten Berufsausbildung oder eines Studiums gezahlt. Solltest du nicht mehr zu Hause wohnen, hast du das offizielle Recht auf dein Kindergeld, welches du bei Unverständnis deiner Eltern auf Antrag beim Jugendamt einfordern kannst.

Stipendien in der Ausbildung

Insbesondere wenn du einen Auslandsaufenthalt während deiner Ausbildung planst, solltest du dich für ein Stipendium bewerben. Dieses erhältst du nach entsprechend positiver Rückmeldung auf dein Motivationsschreiben und musst es selbstverständlich nicht zurückzahlen. Die bekanntesten Förderprogramme für Azubis sind die Leonardo da Vinci Mobilität, das Hermann-Strenger-Stipendium und das DFJW-Stipendium.

Bildungskredit in der Ausbildung

Sollte keine der hier aufgeführten Fördermöglichkeiten für dich infrage kommen, da deine Eltern genug verdienen oder du selbst eigentlich ein gutes Ausbildungsgehalt hast, kannst du bei finanzieller Knappheit immer noch einen Bildungskredit aufnehmen. Dieser wird von der KfW nur den Azubis gewährt, die mindestens zwei Jahre vor ihrem Abschluss stehen. Zudem musst du ein Mindestalter von 18 Jahren haben und darfst nicht älter als 36 Jahre sein. Den Bildungskredit musst du leider vollständig zurückzahlen, sobald es deine finanzielle Lage zulässt.

Leistungen nach §27 SGB II

Als letzte Möglichkeit der finanziellen Förderung gibt es die Leistungen nach Paragraf 27 des Sozialgesetzbuches II. Diese kannst du nur dann beantragen, wenn du von anderen Leistungen ausgeschlossen bist und im Bereich der besonderen Härtefälle liegst. Das ist etwa der Fall, wenn deine BAföG-Zahlung verzögert ist und deine Ausbildung damit gefährdet wird sowie bei chronischen Krankheiten oder anderen Einschränkungen.

5 Spartipps in der Ausbildung: Diese Vergünstigungen bekommen Azubis

Mit einer Berufsausbildung in Deutschland erhalten Azubis monatlich durchschnittlich 800 Euro als Ausbildungsentschädigung. Wenn du nicht mehr zu Hause wohnst und für deinen Lebensunterhalt aufkommen musst, reicht dieses Geld vorne und hinten nicht. Du kannst dir natürlich auch mit einem der oben genannten Fördermittel Unterstützung holen, allerdings solltest du zusätzlich unbedingt von den Vergünstigungen für Azubis Gebrauch machen, um möglichst viel Geld zu sparen.

Das sind die wichtigsten Vergünstigungen und Spartipps in der Ausbildung:

Tipp 1: Fahrtkosten- und Mobilitätsangebote

Es gibt zwei Möglichkeiten des Fahrtkostenzuschusses. Entweder kannst du vom Staat einen entsprechenden Zuschuss beantragen, falls deine Eltern Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe beziehen bzw. zu den Geringverdienern zählen. Auf der anderen Seite kannst du deinen Arbeitgeber fragen, ob er dir zumindest die Fahrkosten zur Berufsschule oder zum Ausbildungsbetrieb erstattet. Zuletzt hast du die Möglichkeit, die Angebote der öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen und besonders günstige Monats- oder Jahresfahrkarten zu erwerben.

Tipp 2: Rabatte durch Schüler- oder Azubiausweis

Der Azubiausweis ist ähnlich wie der Schüler- oder Studentenausweis ein Dokument, mit dem du einige Vergünstigungen bekommst. So erhältst du etwa Rabatte auf Kinokarten, Konzerttickets oder Eintrittskarten für Veranstaltungen. Außerdem kannst du mit reduzierten Preisen und Online-Angeboten rechnen. Des Weiteren erhältst du günstige Angebote für Abonnements von Zeitungen und Zeitschriften sowie für Mitgliedschaften in Fitnessstudios oder Vereinen.

Grundsätzlich kannst du in diesen Freizeitbereichen mit Rabatten rechnen:

  • Eintrittskarten
  • Reisen
  • Abonnements
  • Elektronik
  • Kleidung
  • Sport
  • Lebensmittel

Tipp 3: Günstige Mobilfunk- und Internetverträge

Solange du in der Ausbildung bist, kannst du bei vielen Anbietern von speziellen Tarifverträgen und Angeboten für Telefon, Mobilfunk und Internet profitieren. Häufig sind derartige Angebote auf den Internetseiten der Mobilfunkanbieter nicht direkt ersichtlich. Bei Bedarf frag einfach beim Unternehmen nach Vergünstigungen für junge Leute und Auszubildende.

Tipp 4: Kostenlose Girokonten

Für Schüler, Studenten und Auszubildenden bieten die meisten Banken in Deutschland ein kostenloses Girokonto an, sodass du keine Kontoführungsgebühren zahlen musst. Bei der Eröffnung eines Kontos musst du lediglich einen Nachweis über deinen Status als Auszubildender erbringen und diesen jährlich erneut vorzeigen. Beachte jedoch, dass du das Konto meist nicht überziehen kannst und demnach nach Abschluss deiner Ausbildung vermutlich ein neues Konto eröffnen musst.

Tipp 5: Niedrige Versicherungstarife

Mit dem Status des Azubis hast du die Möglichkeit, Versicherungen abzuschließen und Rabatte zu erhalten. Dabei lohnt es sich, die Angebote unterschiedlicher Versicherungsunternehmen zu vergleichen. Außerdem profitierst du im Alter von unter 18 Jahren von der Versicherung deiner Eltern und musst dicht noch nicht selbst darum kümmern. Was du jedoch bereits zu Beginn deiner Ausbildung tun kannst, ist, eine entsprechende Rentenversicherung über deinen Arbeitgeber abzuschließen, um frühzeitig und steuergünstig in die Altersvorsorge zu investieren.

Es gibt einige Möglichkeiten, als Azubi Geld zu sparen, indem du die Angebote, Rabatte und Ermäßigungen vieler Unternehmen nutzt. In welchen Bereichen du besonders viel sparen kannst, haben wir dir in unseren Spartipps gezeigt. Außerdem haben wir dir einen Überblick über alle wichtigen Fördermittel gegeben, die du in der Ausbildung beantragen kannst. Mit den unzähligen Vergünstigungen und Zuschüssen kannst du den Alltag trotz geringer Ausbildungsvergütung gut meistern und hast im besten Fall am Ende des Monats sogar noch Geld übrig.