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Berichtsheft: Einfache Anleitung mit Tipps für Azubis

Lillia Seifert am 31.08.2021
ca. 1081 Worte
ungefähre Lesezeit 3 Minuten 55 Sekunden
Berichtsheft: Einfache Anleitung mit Tipps für Azubis
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Inhalt:
  1. Was genau ist ein Berichtsheft?
  2. Welche Varianten des Berichtsheftes gibt es?
  3. Anleitung: Wie schreibe ich ein Berichtsheft?
  4. 5 einfache Tipps für dein Berichtsheft
    1. Tipp 1: Regelmäßig Notizen machen
    2. Tipp 2: Berichte kreativ gestalten
    3. Tipp 3: Technische Möglichkeiten nutzen
    4. Tipp 4: Regelmäßig kontrollieren lassen
    5. Tipp 5: Ratschläge von anderen einholen

Als wär die Ausbildung nicht bereits aufwändig genug, musst du auch noch täglich Protokoll über deine Lernerfolge und Erfahrungen führen. Nun ja, das Berichtsheft ist fester Bestandteil jeder Berufsausbildung und muss von jedem Auszubildenden geschrieben werden. Du kommst also nicht drum herum, ein Tagebuch über deinen Ausbildungsalltag zu schreiben und solltest daher das Positive daran sehen und dir das Schreiben mit unserer Anleitung und unseren hilfreichen Tipps zum Berichtsheft erleichtern.

Was genau ist ein Berichtsheft?

Das Berichtsheft dient als schriftlicher Ausbildungsnachweis und muss vom Auszubildenden entweder täglich, wöchentlich, monatlich und/oder pro Abteilungsdurchlauf geführt werden. Wie oft du letztendlich in dein Berichtsheft schreiben musst, kann vom Ausbildungsbetrieb anhängen. Die Pflicht der Führung ist allerdings im Berufsbildungsgesetz (BBiG) vermerkt und kann bei Nichterfüllung zu Sanktionen und im schlimmsten Fall zur Kündigung durch den Ausbildungsbetrieb führen.

Das Berichtsheft dient aber nicht nur deinen Ausbildern zur Überprüfung deiner Erfahrungen und Lernerfolge, sondern stellt insbesondere für dich einen wichtigen Nachweis dar. So kannst du es im Falle der unzureichenden Vermittlung von Ausbildungsinhalten oder einer Kündigung nutzen, um Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Außerdem benötigst du dein Ausbildungstagebuch zum Ende deiner Ausbildung für die Zulassung zur Abschlussprüfung und als Vorbereitung zum Wiederholen der Unterrichtsinhalte.

Somit verschafft das Berichtsheft auch dir einige Vorteile:

  • Du hast einen Nachweis über deine Leistungen und Tätigkeiten
  • Du kannst einfacher und schneller für Prüfungen lernen
  • Dein Berichtsheft kann eine uneindeutige Note deiner Abschlussprüfung beeinflussen
  • Du übst dich im Beschreiben und Formulieren von Arbeitsabläufen
  • Du kannst es bei Unstimmigkeiten oder Streit im Betrieb als Beweis nutzen

Welche Varianten des Berichtsheftes gibt es?

Bereits im Ausbildungsvertrag sollte vermerkt sein, in welcher Form du dein Berichtsheft führen musst. Dabei kommen grundsätzlich drei verschiedene Varianten infrage. Du solltest zu Beginn deiner Ausbildung klären, in welcher Form dein Betrieb einen Ausbildungsnachweis wünscht.

Die folgenden drei Möglichkeiten gibt es:

  • Handschriftlich: Die traditionelle Variante des Berichtsheftes ist in Heftform. Grundsätzlich sollte dein Ausbildungsbetrieb dir die notwendigen Materialien zur Verfügung stellen. Andernfalls kannst du dir für kleines Geld auch ein Heft mit vorgefertigten Tabellen und Unterschriftsfeldern kaufen.
  • Digital: Die digitale Variante erstellst du am Computer mithilfe von Tools wie Word, Excel oder einem anderen Schreibprogramm. Eventuell ist dein Chef damit einverstanden, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise nicht ausdruckst und digitale Signaturen verwendest.
  • Online: Zuletzt kann es sein, dass ein digitales Berichtsheft gefordert ist. Die moderne Variante nutzt spezielle Online-Berichtshefte mit Vorlagen, sodass der Zugriff von überall möglich ist. Außerdem kannst du dir Erinnerungen einstellen, damit du die regelmäßigen Einträge nicht vergisst.

Anleitung: Wie schreibe ich ein Berichtsheft?

Damit du deine Berufsausbildung erfolgreich absolvierst, musst du regelmäßig dein Berichtsheft führen. Warum dies sinnvoll ist und welche Varianten es gibt, haben wir dir bereits erklärt. Zusätzlich kann es je nach Betrieb unterschiedliche Vorgaben geben, wie häufig du deinen Ausbildungsnachweis mit aktuellen Informationen ergänzen musst.

Dabei kommen grundsätzlich nur vier verschiedene Varianten der Häufigkeit infrage:

  • Tagesbericht (etwa 5 bis 10 Minuten)
  • Wochenbericht (etwa 20 bis 30 Minuten)
  • Monatsbericht (etwa 1 bis 2 Stunden)
  • Abteilungsbericht

Somit führst du dein Berichtsheft den Vorgaben entsprechend entweder täglich, wöchentlich oder monatlich. Die IHK nennt einen Richtwert von etwa einer DIN-A-4-Seite pro Woche oder Monat. Eventuell musst du zusätzlich einen gesonderten Bericht für jede Abteilung anfertigen, die du während deiner Ausbildung durchläufst. Das Gute ist, dass du deinen Ausbildungsnachweis während der Arbeitszeit erbringen kannst. Das heißt, dass du dein Berichtsheft nicht zu Hause schreiben musst und deine Freizeit sinnvoller nutzen kannst. Doch was genau gehört alles in das Berichtsheft?

Diese Bestandteile gehören in dein Berichtsheft:

  • Deckblatt
  • Ausbildungsordnung
  • Aufgaben und Tätigkeiten im Betrieb
  • Unterrichtsinhalte in der Berufsschule
  • Vermerk von Krankheit und Urlaub
  • Trennseiten für die Ausbildungsjahre (optional)

Nicht jeder Ausbildungsbetrieb schreibt dir vor, genau diese Bestandteile in dein Berichtsheft aufzunehmen. Allerdings musst du in jedem Fall ein Deckblatt verwenden, den genauen Ausbildungsverlauf notieren und die täglich oder wöchentlichen Ausbildungsnachweise mit Datum und Unterschrift aufführen. Wie genau du diese Informationen verschriftlichst erklären wir dir nun.

So führst du den regelmäßigen Ausbildungsnachweis:

  • Auf jedem Blatt muss dein Name, dein Ausbildungsjahr und der Zeitraum, über den du auf der jeweiligen Seite berichtest, vermerkt sein.
  • Alle Tätigkeiten müssen mindestens in Stichpunkten aufgeführt sein, können allerdings auch in ganzen Sätzen ausformuliert werden und müssen vom Azubi unterschrieben werden.
  • Sowohl die Aufgaben im Ausbildungsbetrieb als auch die in der Berufsschule erlernten Inhalte, Schulungen und Einweisungen müssen beschrieben werden.
  • Krankheitstage und andere Gründe für einen Ausfall in der Berufsschule müssen hier ebenfalls notiert werden.
  • Das Berichtsheft ist mindestens wöchentlich oder monatlich vom Ausbilder zu prüfen und wird von diesem zur Bestätigung unterschieben, allerdings nicht benotet.

5 einfache Tipps für dein Berichtsheft

Sobald du weißt, was ein Berichtsheft genau ist und wozu es dient, kannst du es mit Leichtigkeit führen. Dazu benötigst du lediglich ein wenig Disziplin und solltest dir regelmäßig die Zeit nehmen, die Arbeit in deiner Ausbildung zu reflektieren. Wir haben hier abschließend noch fünf wichtige und einfache Tipps zu Führung deiner Ausbildungsnachweise:

Tipp 1: Regelmäßig Notizen machen

Der wichtigste Tipps ist es, früh genug mit dem Aufschreiben deiner Berichte zu beginnen. Im besten Fall machst du dir sogar täglich Notizen, sodass du zum Beispiel am Ende der Woche nur noch die Stichpunkte in dein Berichtsheft übertragen musst.

Tipp 2: Berichte kreativ gestalten

Zu Veranschaulichung deiner Nachweise kannst du kleine Zeichnungen, Fotos oder Videos hinzufügen. Wenn du nach drei Jahren der Ausbildung für deine Abschlussprüfung lernst, kannst du so noch einmal die Arbeitsschritte oder Ergebnisse nachvollziehen.

Tipp 3: Technische Möglichkeiten nutzen

Insbesondere wenn du nicht gerne handschriftlich arbeitest, bieten dir digitale Tools die Möglichkeit, von überall in die Tasten zu hauen. Es gibt sogar schon Apps für das Smartphone, mit denen du dein Berichtsheft noch flexibler und einfacher schreiben kannst.

Tipp 4: Regelmäßig kontrollieren lassen

Ein weiterer wichtiger Tipp ist es, regelmäßig Termine mit deinem Ausbilder zu vereinbaren. So stellst du sicher, dass dieser deine Ausbildungsnachweise auch kontrolliert und nicht versäumt, dir eine Unterschrift zu geben.

Tipp 5: Ratschläge von anderen einholen

Zu guter Letzt solltest du dir immer Tipps von deinen Freunden bzw. anderen Azubis holen. Vielleicht setzt du dich auch mit diesen zusammen und ihr geht gemeinsam die Unterrichtsinhalte und Tätigkeiten im Betrieb durch, um sie schließlich im Berichtsheft zu notieren.

Mit unserer genauen Anleitung musst du dich nicht mehr über das Berichtsheft ärgern, sondern erkennst jetzt vielleicht auch den Nutzen für dich. Außerdem helfen dir unsere Tipps dabei, dein Berichtsheft noch einfacher, schneller und flexibler zu führen. Wenn du unsere Vorgaben befolgst und deine Erfahrungen, Tätigkeiten und erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten ehrlich und offen beschreibst, wird dein Ausbilder dich gewiss für dein Berichtsheft loben.