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Ausbildungsbewerbung: Typische Fragen im Vorstellungsgespräch

Lillia Seifert am 31.08.2021
ca. 1538 Worte
ungefähre Lesezeit 5 Minuten 35 Sekunden
Ausbildungsbewerbung: Typische Fragen im Vorstellungsgespräch
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Inhalt:
  1. Ausbildungsbewerbung: Wichtige Tipps für dein Vorstellungsgespräch
  2. 5 Gesprächsphasen: Der Ablauf des Vorstellungsgespräches
  3. 5 Phasen im Vorstellungsgespräch: Typische Fragen und Antworten
    1. Phase 1: Begrüßung und einleitender Smalltalk
    2. Phase 2: Kurze Vorstellung des Bewerbers
    3. Phase 3: Kurze Vorstellung des Unternehmens
    4. Phase 4: Wichtige Fragen an den Bewerber
    5. Phase 5: Rückfragen und Organisatorisches

Du hast die Schule beendet, deine ersten Ausbildungsbewerbungen abgeschickt und wurdest nun zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Dann bist du vermutlich ziemlich aufgeregt und fragst dich, was dich im Bewerbungsgespräch mit dem Ausbilder erwartet. Bei uns erfährst du alle wichtigen Infos zum Ablauf und zur Vorbereitung auf dein erstes Vorstellungsgespräch. Damit du dich sicherer und optimal vorbereitet fühlst, verraten wir dir zudem typische Fragen und die besten Antworten, damit du deinen Ausbildungsplatz am Ende auch bekommst.

Ausbildungsbewerbung: Wichtige Tipps für dein Vorstellungsgespräch

Nach deiner erfolgreichen Bewerbung um einen Ausbildungsplatz steht dir nun das Vorstellungsgespräch bevor. Im persönlichen Gespräch mit dem Ausbilder oder Personaler des Unternehmens geht es nun darum, dass sich beide Seiten kennenlernen und entscheiden, ob sie in Zukunft ein Arbeitsverhältnis eingehen möchten.

Das heißt zum einen, dass dein potenzieller Arbeitgeber sich ein Bild von deiner Persönlichkeit sowie deinen Fähigkeiten und Kompetenzen machen möchte, um zu entscheiden, ob du der Richtige für die Lehrstelle bist. Zum anderen bietet das Bewerbungsgespräch auch dir die Möglichkeit, zu entscheiden, ob du dir eine Ausbildung und berufliche Zukunft im Unternehmen vorstellen kannst.

Falls du dir bereits sehr sicher bist, dass der Arbeitgeber auch der Richtige für deine Ausbildung ist, musst du ihn im Vorstellungsgespräch nur noch von dir überzeugen. Das Geheimrezept lautet hier eindeutig: Sei so, wie du bist. Schließlich geht es darum, dass dein potenzieller Vorgesetzter dich als Person kennenlernt, du auf Dauer in das Team passt und dich dort auch wohlfühlst.

Diese fünf Tipps sind für den ersten Eindruck essenziell:

  • Sei freundlich und aufmerksam
  • Rede ehrlich und offen  
  • Nimm eine gute Körperhaltung ein
  • Begrüß alle Ansprechpartner
  • Bereite dich auf typische Fragen vor

5 Gesprächsphasen: Der Ablauf des Vorstellungsgespräches

Vor deinem ersten Vorstellungsgespräch hast du vermutlich noch keine genaue Vorstellung, wie dieses abläuft. Aus diesem Grund geben wir dir nun einen kurzen Einblick in den typischen Ablauf eines Bewerbungsgespräches. Üblicherweise lässt sich ein Gespräch zwischen Personalmanager und Bewerber in fünf Phasen einteilen, in denen dir einige Fragen gestellt werden:

  • Begrüßung und einleitender Smalltalk
  • Kurze Vorstellung des Bewerbers
  • Kurze Vorstellung des Unternehmens
  • Wichtige Fragen an den Bewerber
  • Rückfragen und Organisatorisches

Natürlich lässt sich nicht pauschal sagen, dass ein Bewerbungsgespräch genau so abläuft, allerdings werden alle fünf Bereiche zumindest angeschnitten. Wenn du dich auf die fünf Phasen einstellst und dich auf typische Fragen vorbereitest, kannst du mit einem sicheren Gefühl in das Kennenlerngespräch gehen, – egal ob virtuell oder von Angesicht zu Angesicht.  

5 Phasen im Vorstellungsgespräch: Typische Fragen und Antworten

Wie du nun weißt, setzt sich der Ablauf eines Bewerbungsgespräches meist aus fünf Phasen zusammen. In jeder Phase gibt es einige typische Fragen, die dir der Ausbilder oder Personaler stellen wird. Damit du im Vorstellungsgespräch nicht aus allen Wolken fällst, haben wir hier die häufigsten Fragen und besten Antworten der fünf Phasen zusammengestellt.

Achte darauf, dass du immer ehrlich antwortest, authentisch und freundlich bleibst und durch deine Motivation zeigst, dass du den Ausbildungsplatz unbedingt bekommen möchtest. Du solltest die Antworten auf häufige Fragen natürlich nicht wörtlich übernehmen, da sie lediglich der Inspiration und Orientierung dienen, sodass du dich möglichst gut vorbereiten kannst.

Phase 1: Begrüßung und einleitender Smalltalk

In der ersten Phase der Begrüßung wird das Vorstellungsgespräch meist mit einigen Einstiegsfragen begonnen. Der Ausbilder oder Personaler stellt sich vermutlich erst einmal vor und bietet dir anschließend einen Sitzplatz an. Daraufhin könnte er dir unter anderem die folgenden Fragen stellen, um einen Einstieg in das Gespräch zu finden:

  • Typische Frage: Haben Sie gut hergefunden?
    Mögliche Antwort: Ja, dank Ihrer ausführlichen Wegbeschreibung war das kein Problem.
  • Typische Frage: Wie geht es Ihnen?
    Mögliche Antwort: Mir geht es gut, denn ich freue mich, hier sein zu dürfen, danke.
  • Typische Frage: Möchten Sie etwas trinken?
    Mögliche Antwort: Ja, danke, ich nehme gerne ein stilles Wasser.

Phase 2: Kurze Vorstellung des Bewerbers

Die anfänglichen einfachen Fragen des Personalers sollten die Stimmung auflockern, damit du dich nun authentisch präsentieren kannst. Nach einem kurzen Smalltalk leiten die meisten Arbeitgeber dann mit einer Bitte eine kurze Vorstellung des Bewerbers ein. Dabei kannst du etwa mit folgenden
Fragen zu deiner Person rechen:

  • Typische Frage: Stellen Sie sich doch bitte einmal vor.
    Mögliche Antwort: Erst einmal möchte ich mich bedanken, dass ich heute hier sein darf und Sie sich die Zeit für mich nehmen. Wie Sie aus meinen Bewerbungsunterlagen wissen, heiße ich Eva, bin 17 Jahre alt und gehe aktuell in die 11. Klasse der Gesamtschule Musterschule. Weil ich die Schule im Juli mit einem Fachabitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft/Verwaltung abschließen werde und mich sehr für den kaufmännischen Bereich interessiere, möchte ich bei Ihnen eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolvieren.
  • Typische Frage: Was Sind Ihre Stärken und Schwächen?
    Mögliche Antwort: Ich bin ein Teamplayer, was ich als Mitglied im Handball-Verein leben kann. Ich kann allerdings ebenso selbstständig arbeiten und habe mir zum Beispiel die grundlegenden EDV-Kenntnisse selbst beigebracht. Zu meinen Schwächen kann ich sagen, dass ich am Anfang etwas schüchtern bin. Wenn ich die Leute dann besser kenne, taue ich aber schnell auf.
  • Typische Frage: Wo möchten Sie beruflich in 5 Jahren sein?
    Mögliche Antwort: Mein berufliches Ziel wäre es zunächst, meine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen zu haben und in einer festen Anstellung in Ihrem Unternehmen tätig zu sein. Dabei möchte ich früher oder später mehr Verantwortung übernehmen und meine Führungskompetenzen ausbauen.

Phase 3: Kurze Vorstellung des Unternehmens

Nachdem dein potenzieller Arbeitgeber dich nun etwas kennenlernen konnte, wird er eine kurze Vorstellung des Unternehmens einleiten. Entweder erzählt er lediglich, welche Abläufe, Prozesse und Ziele die Arbeit im Betrieb bestimmen oder er greift auf einige typische Fragen zurück, um erst einmal zu sehen, was du bereits über das Unternehmen weist. Dann könnte er etwa die folgenden Fragen stellen:

  • Typische Frage: Was wissen Sie bereits über unser Unternehmen?
    Mögliche Antwort: Ich weiß, dass Ihr Unternehmen 1990 gegründet wurde und Sie inzwischen 45 Mitarbeiter beschäftigen. Außerdem weiß ich, dass bei Ihnen Kundenzufriedenheit an erster Stelle steht und Sie mit Ihren Produkten X und Dienstleistungen Y stets an innovativen Lösungen arbeiten, um die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe zu erfüllen.
  • Typische Frage: Haben Sie sich noch bei anderen Unternehmen beworben?
    Mögliche Antwort: Wie Sie sich denken können, habe ich mich parallel bei anderen Arbeitgebern der Branche beworben, da mir ein Beginn der Ausbildung zur Industriekauffrau in diesem Jahr sehr am Herzen liegt. Die Bewerbungsprozesse in den anderen Betrieben laufen noch, aber ich würde am liebsten bei Ihnen eine Lehre anfangen.
  • Typische Frage: Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
    Mögliche Antwort: Meine Gehaltsvorstellungen liegen im Bereich des durchschnittlichen Ausbildungsgehalts der von etwa 900 bis 1100 Euro (Durchschnitt der 3 Lehrjahre).

Phase 4: Wichtige Fragen an den Bewerber

Das Vorstellungsgespräch geht nun dem Ende zu, doch vorher wird dir der Ausbilder vermutlich noch ein paar Fragen stellen, um herauszufinden, welche Beweggründe dich zu einer Bewerbung im Unternehmen gebracht haben. Außerdem möchte er deine Persönlichkeit noch besser einschätzen können und schauen, wie groß deine Motivation für die Lehrstelle ist.

  • Typische Frage: Warum möchten Sie bei uns eine Ausbildung machen?
    Mögliche Antwort: Weil ich bei Ihnen den richtigen Weg sehe, um meine Karriere in einem innovativen Unternehmen und tollten Team zu beginnen. Außerdem glaube ich, dass ich das praktische Wissen und die notwendigen Fähigkeiten mitbringe, um in dieser Position langfristig Erfolg zu haben.
  • Typische Frage: Was erwarten Sie von einer Ausbildung bei uns?
    Mögliche Antwort: Die womöglich beste Ausbildung in der Branche und im Beruf der Industriekauffrau. Ihr Unternehmen vertritt für mich Werte und verfolgt Ziele, die mich durch eine Lehre bei Ihnen vermutlich nicht besser fördern könnten. Ich erwarte eine Ausbildung, die mir Freude bereitet, mich herausfordert und mir beim persönlichen und beruflichen Wachstum hilft.
  • Typische Frage: Wie stellen Sie sich einen typischen Tag in diesem Beruf vor?
    Mögliche Antwort: Ich beginne wie meine Kollegen morgens um 7 Uhr mit der Arbeit im Büro. Den täglichen Aufgaben wie dem Wareneinkauf, Lagerbestandsprüfung und der Planung von Produktionsprozessen gehe ich gewissenhaft nach. Außerdem möchte ich meine Arbeitsleistung und alle in meinem Aufgabenbereich liegenden Pflichten täglich reflektieren und Prozesse gegebenenfalls optimieren.

Phase 5: Rückfragen und Organisatorisches

Zuletzt wird dein potenzieller Arbeitgeber wahrscheinlich sagen:

Haben Sie noch Fragen an uns?

Eventuell bist du nun einfach nur froh, dass das Vorstellungsgespräch vorbei ist, allerdings hinterlässt es einen guten Eindruck, wenn du das nicht direkt zeigst, sondern dir vielleicht noch die ein oder andere Frage überlegst. So vermittelst du, dass du dem Gespräch interessiert und aufmerksam gefolgt bist.

Du könntest in etwa die folgenden Fragen stellen:

  • Besteht die Möglichkeit, nach meiner Ausbildung weiter für Ihr Unternehmen tätig zu sein?
  • Haben Sie bestimmte Unternehmensziele, die Sie in naher Zukunft erreichen möchten?
  • Wann darf ich mit einer Rückmeldung rechnen?

Eventuell sagt dir der Ausbilder bereits vorher, wann du mit einer Rückmeldung rechnen kannst. Falls nicht, kannst du natürlich nachfragen. Zudem gibt er dir vielleicht schon wichtige organisatorische Informationen, die du vor einer Zusage für die Ausbildung wissen solltest.

Mit unserem Leitfaden zum ersten Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz bist du optimal vorbereitet. Nun weißt du, worauf es im Bewerbungsgespräch ankommt, in welche Phasen es sich meist gliedert und welche typischen Fragen Ausbilder und Personaler jungen Absolventen auf dem Weg in die Ausbildung häufig stellen. Unsere Beispielantworten bieten dir eine gute Orientierung, mit der du deine Selbstpräsentation optimieren und dich als motivierter, engagierter und bester Kandidat für die Lehrstelle präsentieren kannst. Wir wünschen dir viel Erfolg für dein erstes Vorstellungsgespräch und den Start in die Ausbildung!