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Ausbildung und Studium: So lassen sich Theorie und Praxis verbinden

Lillia Seifert am 31.08.2021
ca. 1172 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 15 Sekunden
Ausbildung und Studium: So lassen sich Theorie und Praxis verbinden
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Inhalt:
  1. Warum sollte man ein Studium und eine Ausbildung absolvieren?
  2. Studium und Ausbildung: Drei Möglichkeiten der Kombination
    1. Option 1: Erst Ausbildung, dann Studium
    2. Option 2: Erst Studium, dann Ausbildung
    3. Option 3: Studium neben der Ausbildung
  3. Diese Studiengänge eignen sich besonders in Kombination mit einer Ausbildung

Eine einfache berufliche Laufbahn reicht dir nicht, sondern du möchtest hoch hinaus und eine Menge Geld verdienen? Nachdem du die Schule beendet hast, stellst du dir vermutlich die Frage, ob du eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren solltest. Beide Varianten haben ihre Vorteile, doch die Kombination aus Ausbildung und Studium verspricht tatsächlich die höchsten Aussichten auf eine erfolgreiche Karriere. Welche Möglichkeiten es gibt, ein Studium mit einer Ausbildung zu kombinieren, erklären wir dir im Folgenden.

Warum sollte man ein Studium und eine Ausbildung absolvieren?

Vielleicht kannst du dir diese Frage bereits selbst beantworten. Falls nicht, können wir dir sagen, dass du dich bei der Wahl einer der beiden Varianten lediglich in einem Bereich spezialisierst. Unabhängig von der Branche und deinem angestrebten Beruf schult ein Studium dich vorrangig in theoretischen Grundlagen und Annahmen zum betreffenden Fachgebiet sowie im analytischen Denken und Disziplin. Eine Ausbildung hingegen verleiht dir relevante praktische Erfahrung in Form von direkter Anwendung im Arbeitsalltag.

Wenn du eine hohe Position in deinem Beruf anstrebst und in Zukunft ein überdurchschnittlich hohes Gehalt bekommen möchtest, schaffst du dies am einfachsten über die doppelte Qualifizierung mit einem Studium und einer Berufsausbildung. Arbeitgeber und Unternehmen bevorzugen Bewerber mit beiden Abschlüssen meist gegenüber allen anderen, denn die Absolventen haben auf allen Bereichen ein fundiertes Wissen sowie relevante praktische Arbeitserfahrung auf ihrem Gebiet.

Deine Vorteile mit einer Ausbildung und einem Studium im Überblick:

  • akademischer Abschluss und abgeschlossene Berufsausbildung
  • erweitertes Wissen um berufsspezifische Kenntnisse
  • hohe Chancen auf eine Übernahme nach der Ausbildung
  • deutlich mehr Gehalt beim Berufseinstieg
  • sehr gute Berufsperspektiven und Karriereaussichten
  • perfekte Kombination aus Theorie und Praxis
  • Option auf Quereinstieg in abweichende Berufe
  • finanzielle Unterstützung durch den Ausbildungsbetrieb

Studium und Ausbildung: Drei Möglichkeiten der Kombination

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Optionen, eine Berufsausbildung mit einer Immatrikulation zu kombinieren. Bei der Entscheidung für eine der drei Möglichkeiten spielen zunächst dein Schulabschluss sowie dein angestrebter Beruf eine entscheidende Rolle. Wir stellen dir im Folgenden alle drei Optionen und jeweiligen Voraussetzungen vor, sodass du selbst entscheiden kannst, welche am besten zu dir passt.

Option 1: Erst Ausbildung, dann Studium

Die erste Möglichkeit, die du nach dem Ende deiner Schulzeit und auf dem Weg in das Berufsleben hast, ist eine Berufsausbildung zu absolvieren und im Anschluss ein Studium zu beginnen. Der Vorteil daran ist, dass du bereits mit einem Haupt- oder Realschulabschluss einen Ausbildungsplatz in den meisten Berufen bekommst. Nachdem du deine Ausbildung erfolgreich absolviert hast, kannst du im Anschluss sogar studieren ohne Abitur. Dafür musst du lediglich eine der beiden Voraussetzungen erfüllen:

  • Du hast deine Berufsausbildung erfolgreich in mindestens zwei Jahren abgeschlossen und einen sogenannten Fortbildungsabschluss wie z. B. als Handwerksmeister, Techniker oder Fachwirt? Mit einem dieser Abschlüsse kannst du prinzipiell an jeder Universität oder Fachhochschule studieren und das ganz ohne Abitur.   
  • Wenn du eine einfache Ausbildung ohne Fortbildungsabschluss absolviert hast und mindestens drei Jahre Berufspraxis mitbringst, erwirbst du automatisch die Zugangsberechtigung für jede Hochschule in Deutschland. So kannst du alle Studiengänge an einer Uni oder FH studieren, die zu deiner beruflichen Vorbildung passen.  

Option 2: Erst Studium, dann Ausbildung

Die zweite Möglichkeit der optimalen Vorbereitung auf eine steile Karriere kannst du nur wählen, wenn du die notwendige Voraussetzung für ein Studium an der Uni mitbringst: das Abitur. Falls du an einer Fachhochschule studieren möchtest, reicht dafür bereits ein Fachhochschulabschluss. Allerdings erhältst du mit einem Studium an der FH bereits theoretische und praktische Kenntnisse, weshalb sich eine Ausbildung im Anschluss nur lohnt, wenn sie von deiner Fachrichtung aus dem Studium abweicht.

Wen du ein Studium an der Universität absolvierst, erlangst du fundiertes theoretisches Wissen, welches du mit einer entsprechenden Berufsausbildung in der Praxis vertiefen kannst. Zudem hast du mit einem abgeschlossenen Studium enorm hohe Chancen auf einen begehrten Ausbildungsplatz und sehr gute Aufstiegschancen nach deiner Lehre.

Option 3: Studium neben der Ausbildung

Die letzte Option, ein Studium mit der Ausbildung zu kombinieren, ist beides gleichzeitig zu absolvieren und so sehr viel Zeit zu sparen. Das klingt zwar nach einer Menge Stress, allerdings gibt es auch hier verschiedene Möglichkeiten, sodass du ganz frei nach deinen Voraussetzungen und Vorlieben entscheiden kannst. Die folgenden Kombinationsmöglichkeiten kommen in Frage, wenn du bereits die Hochschulreife hast:

  • Fernstudium neben der Ausbildung:      
    Das Fernstudium bietet dir eine flexible Einteilung deiner Zeit, die du für das Studieren aufwenden möchtest. So kannst du deinen Fokus auf deine Berufsausbildung legen und in deiner freien Zeit Seminare, Vorlesungen und Prüfungen absolvieren. Das Fernstudium findet vorrangig online statt und du musst lediglich für ausgewählte Seminare, die etwa im Labor stattfinden, in die Universität fahren.
  • Abend- oder Wochenendstudium:     
    Ein Abend- oder Wochenendstudium findet, wie der Name verrät, entweder an Abenden unter der Woche oder an Wochenenden statt. So hast du die Möglichkeiten, deine Berufsausbildung in Vollzeit zu absolvieren und kannst gleichzeitig studieren. Selbstverständlich bedeutet das eventuell eine enorme Belastung und einen großen Zeitaufwand, daher solltest du deinen Arbeitgeber im Ausbildungsbetrieb rechtzeitig informieren.  
  • Berufsbegleitendes Teilzeitstudium:     
    Die vierte Möglichkeit eignet sich gut für dich, wenn du möglichst wenig Stress mit einem Studium neben der Ausbildung haben möchtest. Das Teilzeitstudium findet eben lediglich in Teilzeit statt und kann so optimal mit einer Berufsausbildung in Vollzeit kombiniert werden. Sei dir jedoch bewusst, dass dein Studium so deutlich länger dauert als die üblichen sechs Semester.
  • Duales Studium im Betrieb:     
    Mit einem dualen Studium im Betrieb wählst du die einfachste Variante, ein Studium mit einer Ausbildung zu kombinieren. Voraussetzung dafür ist ebenso die Fachhochschulreife bzw. das Abitur. Falls du lediglich einen Realschulabschluss hast, greifen die Zugangsvoraussetzungen zum Studium ohne Abitur, wie wir sie oben aufgelistet haben. Neben der Zeitersparnis ist das duale Studium auf dem Arbeitsmarkt sehr anerkannt, denn Absolventen haben in einem Ausbildungsbetrieb praktische Fähigkeiten erworben und gleichzeitig tiefes theoretisches Wissen erlangt.

Diese Studiengänge eignen sich besonders in Kombination mit einer Ausbildung

Grundsätzlich kannst du jeden Studiengang durch eine Ausbildung vertiefen oder andersherum. Letztendlich sollte nur ein thematischer Bezug vorhanden sein, sodass sich eine Mischung aus beiden Varianten lohnt. Einige Studiengänge sind auf dem Arbeitsmarkt jedoch besonders gefragt und passen zu vielen Ausbildungsberufen, da sie für die freie Wirtschaft insgesamt relevant sind. Wir haben nun einige Beispiele für dich, wie sich eine Lehre mit dem akademischen Abschluss perfekt ergänzen lässt.

Diese weiterbildenden Studiengänge eignen sich zusammen mit einer Ausbildung besonders:

  • Wirtschaftswissenschaft (z. B. mit einer Ausbildung zum Bankkaufmann)
  • Wirtschaftsinformatik (z. B. mit einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann)
  • Betriebswirtschaftslehre (z. B. mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann)
  • Business Administration (z. B. mit einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann)
  • Maschinenbau (z. B. mit einer Ausbildung zum Feinmechaniker)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (z. B. mit einer Ausbildung zum Technischen Systemplaner)
  • Medizin (z. B. mit einer Ausbildung zum Pflegefachmann)
  • Bauingenieurwesen (z. B. mit einer Ausbildung zum Maurermeister)
  • Informatik (z. B. mit einer Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration)
  • Rechtswissenschaft (z. B. mit einer Ausbildung zum Rechtswissenschaftsangestellten)

Es gibt viele Möglichkeiten, ein Studium mit einer Berufsausbildung zu kombinieren. Wichtig ist, dass du dich rechtzeitig über die Voraussetzungen informierst und bedenkst, dass einige Wege deutlich mehr Zeit und Aufwand bedeuten. Falls du dir bisher nicht sicher warst, wie du die beiden Varianten kombinieren sollst, konnten wir hoffentlich Licht ins Dunkel bringen und dir alle Optionen sowie die jeweiligen Vorteile und Nachteile aufzeigen.