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WG-Casting: Die Suche nach dem perfekten Mitbewohner

Charlotte Tappmeier am 13.09.2019
ca. 1405 Worte
ungefähre Lesezeit 5 Minuten 6 Sekunden
WG-Casting: Die Suche nach dem perfekten Mitbewohner
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Inhalt:
  1. WG-Mitbewohner gesucht? Ein Casting muss her!
  2. Warum ein WG-Casting? Mitbewohner im direkten Vergleich!
  3. Treffpunkt Küche: Wie läuft ein WG-Casting ab?
  4. Mitbewohner Typologie: Welche WG-Typen gibt es?
  5. WG-Mitbewohner: Wie entscheide ich mich für den Richtigen?
  6. Das Ende des WG-Castings: Ein neuer Mitbewohner
    1. Falsche Entscheidung:
    2. Richtige Entscheidung:

Neuer Ausbildungsplatz, neue Stadt, neue Wohnung – schön, nur leider viel zu teuer! Die Wohnungverfügt über zwei Zimmer, und dein monatliches Ausbildungsgehalt reicht nur für ein Zimmer. Deine Eltern unterstützen dich nicht genug. Du brauchst also einen neuen Mitbewohner.
Partner/Partnerin? Ist zurzeit nicht in Aussicht. Freunde? Sind nicht in der Nähe. Du musst dich also auf die Suche nach jemand Neuem machen. Und da dir ja auch nicht ganz egal ist, mit wem du demnächst ein Waschbecken teilst, solltest du möglichst viele potenzielle Bewohner kennenlernen,
um den einen Richtigen zu finden.

Starte ein WG-Casting und finde deinen idealen Mitbewohner! Hier findest du alle wichtigen Tipps für ein erfolgreiches Casting. Wir zeigen dir die unterschiedlichsten WG-Typen auf dem umkämpften Wohnungsmarkt und wie du deinen idealen Mitbewohner finden kannst.

WG-Mitbewohner gesucht? Ein Casting muss her!

Ein WG-Casting ist wie Speed-Dating. Nur bist du jetzt nicht auf der Suche nach der großen Liebe, sondern nach dem idealen Mitbewohner. Aber das Prinzip ist ähnlich:

  • Dir wird eine große Auswahl an Bewerbern zur Verfügung gestellt. Du musst nur noch wählen.
  • Dich erwarten zwar unterschiedliche Personen, mit denen du aber denselben Fragenkatalog durchgehst.
  • In kürzester Zeit stellen sich dir zahlreiche Kandidaten vor.

Warum ein WG-Casting? Mitbewohner im direkten Vergleich!

Ein WG-Casting grenzt die Auswahl an potenziellen Mitbewohnern unmittelbar ein, so dass am Ende der perfekte Mitbewohner übrig bleibt. Dir stellen sich in kürzester Zeit zahlreiche Bewerber vor, du kannst sie im direkten Vergleich bewerten und herausfinden, welcher am besten zu dir passt. Ein Casting hilft dir die potenziellen Mitbewohner kennenzulernen, die Bewerber zu ordnen, die Auswahl zu reduzieren und den passenden auszuwählen – dazu brauchst du nur ein Treffen in deiner Küche.

Treffpunkt Küche: Wie läuft ein WG-Casting ab?

Anzeige erstellen: Präsentiere dich und deine Wohnung auf unterschiedlichen WG-Portalen. Zeige bereits Bilder von dem freien Zimmer und nenne wichtige Fakten: die Größe der Wohnung und des freien Zimmers, erwähne die Miete und mache deutlich, wie du dir ein WG-Leben vorstellst. Erzähle über dich. Das ist wichtig, damit du vorab ausschließlich Anfragen erhältst, die bereits zu dir und deiner Suchanfrage passen.

Anfragen sortieren: Alle Bewerber einladen? Das geht nicht! Setze vorab fest, was für dich wichtig ist. Nichtraucher? Haustiere? Besondere Kochkünste? Finanzielle Mittel? Sauberkeit?Hobbys? Soll derjenige die gleiche Ausbildung wie du machen? Sortiere die Anfragen nach dendir wichtigen Kriterien.

Bewerber einladen: Lade die Bewerber ein, die dir am meisten zusagen. Die Anzahl der Geladenen sollte die Anzahl 10 nicht überschreiten, sonst wirst du schnell den Überblick verlieren.Es gibt drei Möglichkeiten, wie solch ein Besuch verlaufen kann:

  • Verabrede mit jedem Einzelnen einen Termin und nimm dir Zeit für das Kennenlernen
  • Stelle einen strikten Zeitplan zusammen und gib jedem Bewerber 15 Minuten Zeit. Dann  hast du in 2,5 Stunden alles erledigt
  • Stelle ein Zeitfenster von zwei Stunden zur Verfügung und wer dann kommt, der kommt!

Tipp: Lade lieber wenige Bewerber ein und nimm dir viel Zeit für sie. Nur so findest du heraus, wer zu dir passt und wer nicht!

Das Kennenlernen: Gestalte das Treffen so, dass beide Parteien sich wohl fühlen. Biete Getränke und Snacks an, stelle dich vor und zeige dem Bewerber die Wohnung und das verfügbare Zimmer. Gib ihm Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen.

Der Fragenkatalog: Sobald ihr dann in deiner Küche bei Kaffee und Keksen sitzt, beginnt der Fragenkatalog. Hier kannst du dem Bewerber alle Fragen stellen, die dir auf dem Herzen liegen.

Mögliche Fragen:

• Hast du schon mal in einer WG gewohnt?
• Wie stellst du dir das WG-Leben vor? Als reine Zweck-WG?
• Was machst du zurzeit? Ausbildung? Studium?
• Wie sieht deine Freizeit aus? Feierst du gerne? Machst du Sport?
• Kochst du gerne? Bist du Vegetarier oder Veganer?
• Fährst du am Wochenende oft weg?
• Hast du einen Partner?
• Hast du ein Haustier?
• Bist du Raucher?

Vergiss nicht: All diese Fragen kannst auch du gestellt bekommen. Schließlich muss auch dein Gegenüber herausfinden, ob du zu ihm und seiner Vorstellung von einem WG-Leben passt.

Die Entscheidung: Es können noch so viele Fragen gestellt werden, du kannst noch so viele Kriterien aufstellen, aber letztendlich wird dein Bauchgefühl entscheiden: bei welchem Bewerber hast du ein gutes Gefühl? Mit wem kannst du dir ein unkompliziertes und entspanntes Zusammenleben vorstellen? Wer passt zu dir?

Tipp: Schlaf ein bis zwei Nächte darüber, höre auf dein Bauchgefühl und triff die Entscheidung bewusst. Dann teile deinem Favoriten die Zusage mit!

Mitbewohner Typologie: Welche WG-Typen gibt es?

Ein Putzheld, eine Party-Prinzessin, ein Zocker – zu deinem Casting werden ganz unterschiedliche WG-Typen erscheinen. Hier haben wir 5 verschiedene WG-Typen zusammengestellt, um dir schon mal einen Vorgeschmack auf das zu geben, was kommen kann:

WG- Typ: Die Unsichtbare

Ist sie da oder nicht? Keiner weiß es. Wenn sie nach Hause kommt, huscht sie unbemerkt in ihr Zimmer. Das Wohnzimmer und die Küche nutzt sie nur, wenn niemand da ist. Falls dann doch jemand kommt, dann fühlt sie sich, als wäre sie ertappt worden. Ein scheues Reh, welches sofort flüchten mag.

WG-Typ: Die Party-Prinzessin

Die Party-Prinzessin hat viel Geld und viel Zeit. Denn das Geld wird von Papa finanziert und arbeiten, geschweige denn die Ernsthaftigkeit des Studiums oder der Ausbildung wahrzunehmen, passt ihr so gar nicht. Ihre meiste Zeit verbringt sie in Clubs auf der Tanzfläche und daheim in ihrem Bett, wo sie sich ausschläft. Ihr Leben ist immer ein Drama und sie möchte dir auch jede Kleinigkeit davon berichten.

WG-Typ: Der Zocker

Er sitzt meist in seinem leicht abgedunkelten Zimmer hinter verschlossener Tür. Es kommen Zisch- und Schuss-Geräusche aus den Boxen seines Dreifach-Bildschirm-PC´s. Manchmal hörst du ein Fluchen oder Schnauben – der Wortschatz deines Mitbewohners ist begrenzt. Ernähren tut er sich ausschließlich von Pizzen und Asia-Nudeln.

WG -Typ: Der Wochenendheimfahrer

Der Wochenendheimfahrer steht dir immer nur in einem begrenzten Zeitfenster zur Verfügung. Genau dann, wenn du dich an ihn gewöhnt hast, reist er auch schon wieder ab. Bereits am Donnerstag packt er sein Köfferchen und verschwindet über das Wochenende. Wohin? Das bleibt unklar. Am Montag ist er plötzlich wieder da. Er widmet sich ausschließlich seiner Ausbildung. Freunde hat er eigentlich keine.

WG-Typ: Die Chaotische

Kleidung, Geschirr, leere Shampoo-Flaschen – alles verteilt sich leider in der gesamten Wohnung. Man weiß nicht, ob sie faul oder ob sie einfach immun gegen Dreck und Unordnung ist. Sowas soll es ja geben. Wie sie das schafft? Unklar. Sie kommt herein, man wendet sich nur Minuten von ihr ab und schon ist es passiert: überall türmen sich dreckige Tassen und Teller, die Klamotten fliegen durch die Wohnung und im Flur stapeln sich die Pfandflaschen. Positiv: Sie hat stets gute Laune.

WG-Mitbewohner: Wie entscheide ich mich für den Richtigen?

Es gibt für die Wahl eines neuen Mitbewohners leider keine Anleitung, die bei jedem WG-Casting
zum Einsatz kommen kann und dir die Entscheidung abnimmt. Aber nach einem wesentlichen Anhaltspunkt kannst du dich richten: Gegenseitige Sympathie!

Der Bewerber kann noch so viele Fragen richtig beantworten und der größte Putzheld sein, dass was letztendlich zählt, ist die Sympathie zwischen euch beiden. Wenn ihr euch auf Anhieb gut versteht,vielleicht sogar eine Empathie füreinander entwickeln könnt, dann ist er der richtige Mitbewohner. Denn dann können alle Alltagsprobleme gemeinsam gelöst werden – vielleicht sogar mit einem Lächeln im Gesicht.

Das Ende des WG-Castings: Ein neuer Mitbewohner

Das Ende des WG-Castings kann zu folgenden Entscheidungen führen:

Falsche Entscheidung:

Möglichkeit 1

Es kann immer mal wieder vorkommen, dass das WG-Casting zu einem unerwünschten Ergebnis führt. Der favorisierte Bewerber entpuppt sich plötzlich als Horror-Mitbewohner. Statt lieb, ruhig und ordentlich, ist der neue Mitbewohner laut, chaotisch und nur anstrengend. Das passiert! In diesem Fall: Sprich mit deinem Mitbewohner und starte gegebenenfalls erneut ein WG-Casting. Ganz nach dem Motto: Nach dem WG-Casting ist vor dem WG-Casting.

Möglichkeit 2

Der Bewerber, für den du dich entschieden hast, hat sich nicht für dich entschieden. Auch das kann immer wieder vorfallen. Wichtig: Nimm diese Entscheidung nicht persönlich! Diese Wahl kann verschiedene Gründe haben: dem Bewerber hat die Wohngegend nicht gefallen, das freie Zimmer war doch zu teuer, er hat eine weitere Zusage für ein vielleicht besseres Zimmer erhalten. Überlege, welcher Bewerber dir ebenfalls gut in Erinnerung geblieben ist und sprich eine weitere Zusage aus. Ansonsten: Nach dem WG-Casting ist vor dem WG-Casting.

Richtige Entscheidung:

Bestenfalls hast du dich für einen Bewerber entschieden, der zu dir passt. Schon bald wird er das leerstehende Zimmer beziehen. Gemeinsam schafft ihr ein gemütliches Zuhause und genießt ein entspanntes und harmonisches WG-Leben.

Also: Höre bei dem WG-Casting auf dein Bauchgefühl, und du wirst deinen perfekten Mitbewohner finden.