© lassedesignen / shutterstock.com

Urlaubsanspruch in der Ausbildung: Das musst du wissen!

Anastasia Johlen am 15.03.2022
ca. 1191 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 19 Sekunden
Urlaubsanspruch in der Ausbildung: Das musst du wissen!
© Monkey Business Images | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Urlaubsanspruch für Auszubildende
    1. Gesetzlicher Urlaubsanspruch für Jugendliche in Ausbildung
    2. Urlaubsanspruch für volljährige Auszubildende
  2. Urlaubsanspruch in Werktagen: Was gilt als Werktage?
  3. Urlaub in der Probezeit
  4. Urlaubsantrag: Wie nimmst du dir Urlaub?
    1. Schriftlicher Urlaubsantrag
      1. Inhalt für schriftlichen und formlosen Urlaubsanspruch
    2. Bis wann muss der Arbeitgeber den Urlaub bestätigen?
  5. Urlaubsplanung: Was musst du beachten?
  6. Urlaubszeitpunkt: Wann musst du Urlaub nehmen?
    1. Duale Ausbildung: Urlaub und Berufsschule
  7. Krank im Urlaub: Was passiert mit den Urlaubstagen?
  8. Kann Arbeitgeber genehmigten Urlaub widerrufen?
  9. Darfst du als Azubi im Urlaub einen Nebenjob ausüben?

Reisen, Urlaub oder Zuhause in den eigenen vier Wänden: Wie du deinen Urlaub gestaltest, bleibt dir überlassen. Fest steht, dass du als Azubi, genauso wie alle Arbeitnehmer, einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaub hast. Den Arbeitsalltag vergessen, freie Zeit ohne Ausbildung genießen und sich erholen. Doch wie viele Urlaubstage stehen dir eigentlich zu? Wann solltest du deinen Urlaub beantragen und was gilt es dabei zu beachten? Erfahre hier alles rund um den Urlaubsanspruch in der Ausbildung.

Urlaubsanspruch für Auszubildende

In Deutschland haben alle Arbeitnehmer Anspruch auf eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen. Befindest du dich in einer Ausbildung, steht dir ebenfalls eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen zu.

Vielleicht fragst du dich jetzt, wie hoch dein Mindesturlaubsanspruch ausfällt und welche Faktoren deinen Anspruch beeinflussen. Wie viele Urlaubstage dir während deiner Ausbildung zustehen, hängt überwiegend von deinem Alter ab.

Gesetzlicher Urlaubsanspruch für Jugendliche in Ausbildung

Der Urlaubsanspruch für Jugendliche beziehungsweise Minderjährige in der Ausbildung ist nach dem Alter gestaffelt. Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch ist im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt.

  • Auszubildende unter 16 Jahre: Urlaubsanspruch von mindestens 30 Werktagen.
  • Auszubildende 16 Jahre: Urlaubsanspruch von mindestens 27 Werktagen.
  • Auszubildende 17 Jahre: Urlaubsanspruch von mindestens 25 Werktagen

Es handelt sich hierbei um den gesetzlichen Mindestanspruch an Erholungsurlaub, natürlich kann dir dein Ausbildungsbetrieb auch mehr Urlaubstage gewähren. Wie viel Urlaub dir im Jahr zusteht, ist in deinem Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt. Die gesetzlichen Regelungen für den Mindesturlaub in der Ausbildung gelten nur, wenn in Tarifverträgen keine anderen Regelungen getroffen werden.

Urlaubsanspruch für volljährige Auszubildende

Bist du zu Beginn des Kalenderjahres bereits volljährig, steht dir Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz zu. Damit hast du als volljähriger Auszubildender einen Mindesturlaubsanspruch von 24 Werktagen.

Urlaubsanspruch in Werktagen: Was gilt als Werktage?

Der Mindesturlaubsanspruch wird sowohl im Jugendarbeitsschutzgesetz als auch im Bundesurlaubsgesetz in Werktagen angegeben. Aber welche Tage zählen zu den Werktagen und was bedeutet das für dich?

Werktage sind alle Tage außer Sonn- und gesetzliche Feiertage. Somit zählt auch der Samstag als Werktag. Der Urlaub kann aber auch nach Arbeitstagen geregelt werden, diese sind häufig von Montag bis Freitag. Es handelt sich dabei um die tatsächlich gearbeiteten Tage. Bei den meisten Azubis handelt es sich um eine 5-Tage-Woche, die von Montag bis Freitag gilt. Da gibt es branchenübliche Abweichungen.

Bei fünf Arbeitstagen in der Woche besteht grundsätzlich ein Urlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen.

Hast du 25 Arbeitstage Urlaub im Jahr bei einer 5-Tage-Woche, besteht ein Anspruch von 5 Tagen Urlaub. Hast du 30 Werktage Urlaub pro Jahr, besteht ebenfalls ein Urlaubsanspruch von 5 Wochen.

Urlaub in der Probezeit

Den vollen Anspruch auf alle Urlaubstage hast du laut § 4 Bundesurlaubsgesetz erst nach sechs Monaten in deiner Ausbildung. Dein Urlaubsanspruch erhöht sich bis dahin von Monat zu Monat um jeweils 1/12 des Jahresurlaubs.

In der Regel wird vor der Probezeit kein Urlaub genommen. Da viele Ausbildungen im Herbst beginnen, gewähren viele Ausbildungsbetriebe bereits vor Ablauf der Probezeit Urlaub. So sind einige Betriebe über Weihnachten geschlossen, sodass du dir sogar Urlaub nehmen musst, auch wenn die sechs Monate noch nicht vorbei sind.

Urlaubsantrag: Wie nimmst du dir Urlaub?

Bevor du in deinen wohlverdienten Urlaub starten kannst, musst du deinen Arbeitgeber frühzeitig über deinen Urlaub und den gewünschten Zeitraum informieren. In der Regel erfolgt der Urlaubsantrag schriftlich bei deiner Ansprechperson oder einer vorgesetzten Person, das ist aber keine Pflicht. In vielen Unternehmen werden Urlaubsregelungen auch mündlich getroffen, hierbei empfiehlt es sich jedoch eine schriftliche Bestätigung einzufordern. Es lohnt sich immer den Urlaubszettel vorzeitig, bei Ihrem Arbeitgeber einzureichen.

Schriftlicher Urlaubsantrag

Ein schriftlicher Urlaubsantrag ist sehr einfach, du musst dabei keine rechtlichen oder formalen Vorgaben einhalten. Viele Arbeitgeber stellen ihren Beschäftigten auch Formulare oder Vorlage für die Urlaubsplanung zur Verfügung.

Gibt es keinen Vordruck oder sonstiges, kannst du den schriftlichen Urlaubsantrag formlos einreichen. Folgende Informationen sollte dein Urlaubsantrag enthalten:

Inhalt für schriftlichen und formlosen Urlaubsanspruch

  • Vorname und Nachname
  • Personalnummer
  • Anschrift
  • Angabe der gewünschten Urlaubstage
  • Angabe des Zeitraumes
  • Bitte um Bestätigung
  • Datum
  • Unterschrift

Bis wann muss der Arbeitgeber den Urlaub bestätigen?

Per Gesetz ist nicht geregelt, wann sich der Arbeitgeber zu dem Urlaubsantrag zurückmelden muss. In der Praxis melden sich Vorgesetzte oder die Personalabteilung relativ schnell. Ist das nicht der Fall, kannst und solltest du auf eine Bestätigung beziehungsweise eine Antwort bestehen. Im Normalfall sollte eine Entscheidung bezüglich deines Urlaubs innerhalb von 10 Tagen vorliegen.

Urlaubsplanung: Was musst du beachten?

In vielen Betrieben haben sich praktische und frühzeitige Formen der Urlaubsplanung durchgesetzt, sodass eine Urlaubsplanung für ein neues Arbeitsjahr häufig am Ende des aktuellen Jahres stattfindet. Es empfiehlt sich insbesondere in kleinen Betrieben mit Kollegen Rücksprache zu halten.

Dabei solltest du nicht allzu spät deine Planung einreichen, es kann durchaus passieren, dass in den beliebten Urlaubsmonaten Personalmangel herrscht und Urlaubswünsche abgelehnt werden.

In vielen Betrieben haben Auszubildende und berufstätige Eltern mit schulpflichtigen Kindern vorrangig in den Schulferien des jeweiligen Bundeslandes Urlaubsanspruch.

Erkundige dich am besten über die Organisation und den Ablauf der Urlaubsplanung in deinem Ausbildungsbetrieb. Wichtig ist, dass du dabei auch deine theoretische Ausbildung in der Berufsschule nicht vergisst.

Urlaubszeitpunkt: Wann musst du Urlaub nehmen?

Den Zeitpunkt für deinen Urlaub legt dein Betrieb fest. Letztendlich kannst du nur Urlaubswünsche abgeben, welche die meisten Arbeitgeber berücksichtigen. Doch vor allem in der Hochsaison im Sommer ist es gar nicht so einfach für den Arbeitgeber, alle Wünsche zu berücksichtigen.

Deshalb solltest du deine Urlaubsplanung so früh wie möglich einreichen: häufig gilt, wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Duale Ausbildung: Urlaub und Berufsschule

Vergiss bitte nicht, dass deinen Urlaub nur für den praktischen Teil deiner Ausbildung gilt: Während deines Urlaubs kannst du dich nicht vom Unterricht beurlauben lassen. Deshalb sollten Azubis ihren Urlaub in die Zeit der Berufsschulferien legen.

Ansonsten musst du während deines Urlaubs in die Berufsschule. Ist das der Fall, bekommst du pro Urlaubstag, an dem du in der Berufsschule warst, einen weiteren Tag Urlaubsanspruch.

Krank im Urlaub: Was passiert mit den Urlaubstagen?

Erkrankst du während deines Urlaubs, brauchst du dir keine Sorgen, um deinen genommenen Urlaub zu machen. Kannst du für deine Krankheitstage eine ärztliche Bescheinigung vorlegen, dürfen diese nicht auf den gesetzlichen Jahresurlaub angerechnet werden.

Bist du während deines Urlaubs krank, solltest du in diesem Fall deinen Ausbildungsbetrieb unverzüglich darüber informieren.

Kann Arbeitgeber genehmigten Urlaub widerrufen?

Kann dein Arbeitgeber deinen genehmigten Urlaub widerrufen? Nein, unter normalen Umständen darf dein Arbeitgeber den Urlaub nicht widerrufen. Immerhin planst du aufgrund der Zusage deinen Urlaub und eventuell auch eine Reise mit Hotel oder Flug.

Ausnahmesituationen bestätigen die Regel, sodass unter bestimmten Voraussetzungen dein Arbeitgeber darauf bestehen kann, dass du deinen Urlaub verschiebst. Entsteht eine Krisensituation, in welcher deine Arbeit unabdingbar ist, kann dein Urlaubsantrag irrelevant werden.

Als Auszubildender ist das in der Regel nicht der Fall und du brauchst dir keine Sorgen machen, dass du deinen langersehnten Urlaub abbrechen musst. Hat dein Urlaub bereits begonnen, kann der Arbeitgeber dich nicht dazu zwingen, wieder arbeiten zu kommen.

Darfst du als Azubi im Urlaub einen Nebenjob ausüben?

Du nimmst dir Urlaub, um dich von der Arbeit zu erholen. Der Zweck des Urlaubs liegt also in deiner Erholung und nicht darin, mit einem Nebenjob, Geld zu verdienen. Du darfst während deines Urlaubs nicht gewerblich arbeiten, damit riskierst du eine Kündigung!

Nutze den Urlaub für deine Erholung, nimm dir Zeit für Hobbys oder Ausflüge und genießen die Auszeit vom Azubi-Alltag.