© lassedesignen / shutterstock.com

Studiengang wechseln: Mit diesen Infos und Tipps gelingt der Fachwechsel

Lillia Seifert am 20.05.2021
ca. 1255 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 33 Sekunden
Studiengang wechseln: Mit diesen Infos und Tipps gelingt der Fachwechsel
© Dean Drobot | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Wann ist ein Wechsel des Studienfachs sinnvoll?
  2. Studienwechsel: Deine Chance auf einen Neubeginn
  3. Falscher Studiengang: Mit diesen 5 Tipps klappt der Fachwechsel
    1. Tipp 1: Triff keine voreiligen Entscheidungen
    2. Tipp 2: Informiere dich über dein neues Fach
    3. Tipp 3: Beachte die Fristen und Vorgaben deiner Uni
    4. Tipp 4: Lass dir eventuell bisherige Leistungen anrechnen
    5. Tipp 5: Prüfe deinen BAföG-Anspruch

Du bist mit deinem Studiengang nicht zufrieden? Die Inhalte sind doch nicht so spannend wie gedacht oder Prüfungen kaum bzw. gar nicht zu bewältigen? Vielleicht haben sich auch deine Zukunftspläne geändert oder du interessierst dich plötzlich für eine ganz andere Fachrichtung. Ein Fachwechsel im Studium kann eine gute Möglichkeit sein, einen Studienabbruch zu verhindern. Wir erklären dir, wie einfach ein Wechsel des Studienfaches ist und geben dir hilfreiche Tipps, wie du deine akademische Laufbahn noch einmal von vorne beginnen kannst.    

Wann ist ein Wechsel des Studienfachs sinnvoll?

In Deutschland gibt es über 20.000 verschiedene Studiengänge, da grenzt es doch fast an ein Wunder, wenn du auf Anhieb das richtige Fach für dich findest, oder? Nicht zuletzt wechseln rund 20 Prozent aller Studenten aufgrund des riesigen Angebots im Laufe ihres Studiums das Fach und ganze 30 Prozent entscheiden sich sogar dafür, ihr Studium abzubrechen.

Ein Studiengangswechsel beginnt häufig mit einer Unzufriedenheit und einem ersten Gedanken: Soll ich vielleicht doch etwas anders studieren oder ganz abbrechen? Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Einige Studierende merken schnell, dass das gewählte Fach nicht zu ihnen passt und wechseln mit Überzeugung in einen alternativen Studiengang. Andere versuchen beharrlich, Prüfungen mit guten Leistungen abzuschließen und denken erst nach einigen Fehlschlägen darüber nach, etwas anderes zu studieren.

Diese Anzeichen zeigen dir, dass du dein Studienfach wechseln solltest:

  • Dein Studiengang entspricht nicht deinen Erwartungen und du hast von Anfang an das Gefühl, dass dieser einfach nicht zu dir passt? Vielleicht siehst du sogar keine Berufsperspektiven in der Branche deines Studienfachs.
  • Du hast neue Interessen entwickelt und fühlst dich plötzlich in einer ganz anderen Fachrichtung wohl? Vielleicht hast du durch einen Kommilitonen von dem anderen Fach erfahren und warst auf Anhieb begeistert.
  • Prokrastination kennt jeder Student, doch wenn massive Motivationsprobleme dahinterstecken, weil dich die Inhalte aus deinem Studium langweilen, kann ein Fachwechsel die Lösung sein.
  • Findest du die Vorlesungen zu trocken und eintönig? Vielen Studenten ist der Unterricht in Universitäten je nach Fachrichtung und Fakultät viel zu theoretisch. In diesem Fall kann ein Wechsel des Fachs oder eine FH bzw. ein duales Studium den gewünschten Praxisbezug bieten.
  • Eventuell haben sich auch die Umstände in deinem Leben geändert und damit auch deine Berufsperspektiven? Veränderungen in der Familie, eine Krankheit oder ein Umzug können Gründe für einen Fachwechsel sein. Schließlich sollte dein Studium zu dir und deinen Bedürfnissen passen.
  • Deine Leistungen sind von Anfang an nicht ausreichend und die Inhalte des Studiengangs überfordern dich? Dann ist es durchaus sinnvoll, nach einem Fach zu suchen, in dem du deine Fähigkeiten einsetzen und einen guten Abschluss machen kannst.

Studienwechsel: Deine Chance auf einen Neubeginn

Falls du über einen Wechsel deines Studiengangs nachdenkst, bist du nicht allein. Viele Studierende landen sogar irgendwann in einem Studienfach, das Sie nach dem Abitur überhaupt nicht in Erwägungen gezogen hatten. Erst die Erfahrung als Student in der Uni oder an der FH ermöglicht jungen Absolventen, alle Fakultäten und Fächer zu erkunden. Demnach solltest du bei Unsicherheit oder Unzufriedenheit nicht allzu lange zögern und frühzeitig wechseln (am besten nicht nach dem 3. Fachsemester). Je länger du damit wartest, desto mehr Zeit, Geld und Nerven kostet dich das Prozedere.

Ein Studiengangswechsel verschafft dir einige Vorteile:

  • Du hast bereits Erfahrung im Uni-Alltag gesammelt, weißt wie man einen Stundenplan erstellt, selbstständig lernt und ein bestimmtes Buch in der Uni-Bibliothek findet. Du bist in der Lage, dich jetzt wohlüberlegt für ein Fach zu entscheiden.
  • Die Erleichterung über den Fachwechsel wird schnell in Motivation umschlagen, da du nun endlich Inhalte lernst, die dich auch wirklich interessieren. Als Resultat bist du nicht nur ein zufriedener Student, sondern schreibst ab jetzt ganz bestimmt auch bessere Noten.
  • Du hast in deinem bisherigen Studienfach natürlich schon einiges gelernt und das war absolut nicht umsonst. Gewiss kannst du das Vorwissen auch im neuen Studiengang anwenden, schließlich überschneiden sich alle Wissenschaften an bestimmten Punkten.
  • Der Wechsel des Studienfachs gibt dir die Möglichkeit, noch einmal ganz von vorne anzufangen. Für die Umstellung von Schule auf Uni oder FH hast du im Gegensatz zu deinen Kommilitonen einen Erfahrungsvorsprung durch den Neuanfang.
  • Vielleicht hast du in deinem bisherigen Fach bereits ein paar Freunde gefunden. Aus netten Kontakten kann sich zu einem späteren Zeitpunkt auch beruflich noch etwas ergeben. Ein gutes Netzwerk an der Uni stärkt dir zudem den Rücken für dein Studium.

Solltest du dir noch unsicher sein, ob ein Wechsel des Faches dir die gewünschte Erleichterung verschafft und dich auf Dauer zu einem glücklicheren Studenten macht, kannst du auch die Beratungsangebote deiner Universität nutzen. Meistens sitzen in den Sprechzimmern junge Studenten, die sich aufgrund eigener Erfahrungen mit Themen wie dem Abbruch des Studiums, einem Fachwechsel und anderen Sorgen rund um den Uni-Alltag auskennen. Neben einem Studienabbruch, Fachwechsel und dem Wechsel der Uni oder FH hast du selbstverständlich auch die Möglichkeit, eine Ausbildung zu machen.

Falscher Studiengang: Mit diesen 5 Tipps klappt der Fachwechsel

Die Entscheidung, den Studiengang zu wechseln, ist nicht einfach. Vielleicht besuchst du vor dem endgültigen Wechsel eine Vorlesung in dem Fach, das du von nun an gerne belegen möchtest. Wenn du dir dann wirklich sicher bist, dass du dein Studienfach wechseln willst, dann solltest du nicht länger zögern. Wir geben dir im Folgenden hilfreiche Tipps, die du für einen erfolgreichen Wechsel deines Studiengangs unbedingt beachten solltest:

Tipp 1: Triff keine voreiligen Entscheidungen

Vielleicht bist du dir bereits zu hundert Prozent sicher, dass du dein Studienfach wechseln möchtest. Grundsätzlich solltest du diese Entscheidung frühestens nach dem ersten Semester treffen, damit du sie im Nachhinein nicht bereust. Nimm dazu, wie bereits erwähnt auch ein Gespräch bei der Studienberatung in Anspruch.

Tipp 2: Informiere dich über dein neues Fach

Bevor du die ersten Schritte deines Fachwechsels gehst, prüfe zunächst, ob das neue Fach wirklich das richtige für dich ist. Dazu besuchst du am besten eine der Einführungsvorlesungen und sprichst eventuell mit Studierenden des Fachs. Außerdem solltest du bei einem Kombi-Bachelor prüfen, ob du dein gewünschtes Fach in der Kombination mit deinem Haupt- oder Nebenfach studieren kannst.

Tipp 3: Beachte die Fristen und Vorgaben deiner Uni

Ein Wechsel des Studiengangs ist grundsätzlich immer möglich, jedoch nur bis einschließlich zum dritten Semester ohne Begründung und Verlust des BAföG-Anspruchs möglich. Außerdem solltest du dich über Zulassungsbeschränkungen, Eignungstests oder geforderte Praktika informieren. Schließlich musst du dich für dein neues Fach genauso bewerben wie für dein Erststudium.

Tipp 4: Lass dir eventuell bisherige Leistungen anrechnen

Wenn du alle Voraussetzungen für das Studienfach erfüllst, kannst du dich offiziell bewerben. Prüfe vorab bei der Studienberatung, welche Leistungen aus deinem alten Fach sich eventuell anrechnen lassen. Falls du etwa schon ein benotetes oder unbetontes Modul abgeschlossen hast, kannst du die Prüfungsleistungen häufig zumindest in den individuellen Ergänzungsbereich deines neuen Studiengangs übernehmen.

Tipp 5: Prüfe deinen BAföG-Anspruch

Das BAföG-Amt bzw. Studierendenwerk entscheidet darüber, ob du nach deinem Fachwechsel weiterhin eine Ausbildungsförderung erhältst. Falls du zum Ende des dritten Fachsemesters wechselst, bleibt dein Anspruch auf BAföG auch nach einer Exmatrikulation bestehen. Ab dem vierten Semester verfällt dein Anspruch, es sei denn, du kannst unabweisbare Gründe (z. B. schwerwiegende Erkrankung) vorweisen. Falls du dein Fach also zum fünften Semester deines Bachelors wechselst, kannst du dann erst im Master erneut BAföG beantragen.

Wie du siehst, ist der Wechsel eines Studiengangs überhaupt kein Problem, sondern stellt vielmehr eine Chance dar, noch einmal von vorne anzufangen. Was bringt dir ein abgeschlossenes Studium, das dir überhaupt nicht gefällt bzw. in dem du keine guten Leistungen erbringen konntest? Ein Studienwechsel kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein, sollte jedoch gut geplant werden. Wenn du dich dazu an unseren Tipps für den Wechsel orientierst, bekommst du keine Schwierigkeiten und kannst endlich in deinem Traum-Studium glücklich werden.