© lassedesignen / shutterstock.com

Redeangst überwinden: So gelingt die Präsentation!

Lillia Seifert am 03.02.2020
ca. 1687 Worte
ungefähre Lesezeit 6 Minuten 8 Sekunden
Redeangst überwinden: So gelingt die Präsentation!
© LightField Studios | shutterstock.com
Inhalt:
  1. Redeangst erkennen: 12 typische Symptome
  2. Warum haben wir Angst, öffentlich zu sprechen?
    1. Die Angst ist völlig unbegründet!
  3. Redeangst überwinden: Tipps für eine erfolgreiche Präsentation
    1. Tipp 1: Kenne dein Thema!
    2. Tipp 2: Organisiere dich gut!
    3. Tipp 3: Üben, üben, üben!
    4. Tipp 4: Vertraue auf deinen Erfolg!
    5. Tipp 5: Lass dir helfen!
    6. Tipp 1: Stell dich gerade und aufrecht hin!
    7. Tipp 2: Achte auf deine Atmung!
    8. Tipp 3: Lass schlechte Gedanken vorüberziehen!
    9. Tipp 4: Keine Angst vor stillen Momenten!
    10. Tipp 5: Sprechen statt präsentieren!

Leidest du unter Redeangst? Wir kennen sie alle, die Angst in der Öffentlichkeit zu sprechen. Ganz gleich, ob in der Schule, beim Praktikum, im Studium oder im Job, zu einem gewissen Zeitpunkt müssen wir alle einmal vor mehreren Menschen sprechen. Das kann in Form eines Vortrags, einer Rede oder eines Referats sein. Dabei steht die Sprechangst häufig im Weg und verhindert, dass wir erfolgreich präsentieren können. Daher haben wir einige Informationen, Ratschläge und Tipps zusammengestellt, die dir dabei helfen können, dein Lampenfieber zu überwinden.

Redeangst erkennen: 12 typische Symptome

Redeangst gehört zu den weitverbreitetsten Ängsten weltweit. Es gibt viele verschiedene Symptome  der Angst, in der Öffentlichkeit zu sprechen. Vom geübten Redner bis zum Anfänger kann sie jeden betreffen. Dabei können die unterschiedlichen Symptome in ihrer Ausprägung variieren und je nach Intensität eine erfolgreiche Präsentation beeinträchtigen oder ganz im Fiasko enden lassen.

Anzeichen für Redeangst

1. Übelkeit
2. Trockener Mund
3. Schlaflosigkeit
4. Kopfschmerzen
5. Erweiterte Pupillen    
6. Hör-Probleme
7. Schwitzige Hände
8. Kurzatmigkeit
9. Herzklopfen
10. Schweißausbrüche
11. Atemprobleme
12. Erhöhter Blutdruck

Die gute Nachricht ist: Du kannst es mit ein paar Tipps schaffen, diese Symptome Stück für Stück loszuwerden und endlich eine erfolgreiche Präsentation halten! Dafür solltest du erst einmal verstehen, woher die Angst vor dem Sprechen überhaupt kommt.

Warum haben wir Angst, öffentlich zu sprechen?

Wenn du nervös wirst, sobald du vor mehreren Menschen stehst, dann ist das erst mal ein ganz normales und gesunden Zeichen. Bis zu einem gewissen Grad haben die meisten Menschen ein Gefühl der Aufregung oder sogar große Angst vor Präsentationen verschiedenster Art. Ängste sind jedoch grundsätzlich etwas sehr Nützliches.

Ganz gleich, um welche Form der Angst es geht, es ist wichtig, zu verstehen, wie diese entsteht, bzw. uns im Moment des Eintretens mental, emotional und physisch bewusst zu sein, was da gerade mit unserem Körper passiert. Genau da liegt allerdings auch das Problem. Wenn wir nun mit zitternden Händen und Schnappatmung vor einer Gruppe von Menschen stehen, dann fehlt uns gerade diese Klarheit, zu sehen, was genau in unserem Körper vor sich geht. Wir wissen dann nur: Mir geht es nicht gut!

Wie hinter allen Ängsten steckt auch hinter der Angst zu Sprechen letztlich ein Schutzmechanismus des Körpers, der versucht, uns vor etwas zu warnen, was uns in gewisser Weise bedrohlich erscheint. Alle Formen der Präsentation, eine öffentliche Rede, ein Vortrag oder ein Referat, werden nun im Moment des Einsetzens der Angst von unserem Gehirn als Gefahr gesehen – was sie letztendlich natürlich nicht sind.

Die Angst ist völlig unbegründet!

Es scheint offensichtlich, dass das öffentliche Sprechen keinerlei physische Gefahren für unseren Körper birgt und dennoch haben wir Angst. Die meisten Menschen machen sich im Vorhinein viele Sorgen, um die bevorstehende Präsentation. Die Gedanken daran einen Fehler zu machen, von den Zuhörern verurteilt zu werden oder sich in irgendeiner Form zu blamieren, sind letztlich der Grundstein für Sprechangst.

Eines solltest du spätestens jetzt erkannt haben: Die Angst finden nur in deinem Kopf statt! Sämtliche Befürchtungen, dass du etwas Wichtiges vergisst, die Präsentation völlig schief geht oder dein Publikum einfach nur gelangweilt ist, sind frei erfunden. Nichts von all dem ist bisher eingetreten und falls es in der Vergangenheit schon mal der Fall war, dann heißt das nicht, dass es dieses Mal auch passieren muss. Du befindest dich in der Gegenwart und die Zukunft ist noch nicht eingetreten. Du bist folglich immer noch in der Position die Zukunft so zu gestalten, wie du möchtest und alles dafür zu tun, eine erfolgreiche Präsentation zu halten.

Redeangst überwinden: Tipps für eine erfolgreiche Präsentation

Wenn es darum geht, eine erfolgreiche Präsentation zu halten, spielt neben dem Vortrag selbst auch die richtige Vorbereitung eine entscheidende Rolle. Wir stellen dir im Folgenden einige Tipps vor, die dir dabei helfen können, die Redeangst gar nicht erst entstehen zu lassen. Wenn die Angst dich trotzdem noch einmal überkommt, dann haben wir noch ein paar hilfreiche Methoden, die du im Moment der Präsentation anwenden solltest.

Die richtige Vorbereitung: Das kannst du im Vorhinein gegen die Angst tun

Tipp 1: Kenne dein Thema!

Je besser du selbst dein Thema verstehst und dich dafür interessierst, desto unwahrscheinlicher ist es, dass du einen Fehler machst oder einen Blackout hast. Falls du jedoch einmal den Faden verlierst, dann ist es einfacher, wieder in deinen Vortrag zurückzufinden, wenn du dein Thema gut kennst. Es wird dir so außerdem leichter fallen, dein Publikum vom Thema zu überzeugen. Nimm dir zudem noch etwas Zeit, dir mögliche Fragen, die deine Zuhörer an dich richten könnten, zu überlegen, und hab die Antworten darauf parat. 

Tipp 2: Organisiere dich gut!

Nimm dir genug Zeit für die Planung deiner Präsentation. Überlege dir genau, welche Informationen du wirklich vorstellen möchtest, eventuelles zusätzliches Material, wie Bilder, Audio- oder Filmdateien, mit eingeschlossen. Je mehr du dich vorher organisierst, desto weniger nervös wirst du später sein. Lege dir wenn möglich einen Ablaufplan deiner Präsentation zurecht, um den Faden nicht zu verlieren. Super ist es auch, wenn du dir vor deinem Vortrag schon einmal die technische Ausstattung und die Räumlichkeiten, in denen du präsentieren wirst, anschaust.

Tipp 3: Üben, üben, üben!

Du solltest deine Präsentation vorher unbedingt einige Male üben. Wenn möglich frag ein paar Freunde oder Familienmitglieder, ob sie dir einmal zuschauen können, wie du präsentierst und dir Feedback geben. Es kann auch hilfreich sein, wenn du deinen Vortrag vor weniger vertrauten Menschen übst, so kannst du dich auf den Moment, wenn es darauf ankommt noch besser vorbereiten. Vielleicht hilft es dir auch, ein Video von dir zu machen und es dir nachher einmal anzuschauen. So kannst du dich selbst in die Position eines Zuhörers versetzten und siehst noch einmal, was du an deiner Vortragsweise eventuell verbessern kannst.

Tipp 4: Vertraue auf deinen Erfolg!

Es ist wichtig, dass du dir schon vor der Präsentation bildlich vorstellst, dass sie ein Erfolg wird. Positive Gedanken können dabei helfen, einige deiner Sorgen sowie negative Gedanken zu mindern. Das Gleiche gilt auch, wenn du deinen Vortrag gehalten hast. Klopfe dir selbst auf die Schulter und sei stolz, dass du es geschafft hast. Auch wenn vielleicht nicht alles perfekt gelaufen ist, hast du einen großen Schritt gemacht und deine Angst überwunden. Nutze deine Fehler als Möglichkeit, gewisse Dinge beim nächsten Mal zu verbessern. Behalte dabei immer Hinterkopf, dass du selbst ein viel größerer Kritiker bist als dein Publikum!

Tipp 5: Lass dir helfen!

Wenn du dich immer noch unsicher fühlst und nicht genau weißt, wie du am besten vorgehst, um deine Präsentation zu planen und erfolgreich umzusetzen, dann such dir eine Gruppe, die Menschen mit Redeangst hilft. Ganz gleich ob in der Schule, Uni oder vielleicht auch im Job, es gibt viele Angebote, die Menschen mit Angst, in der Öffentlichkeit zu sprechen, helfen können. Auch professionelle oder psychologische Hilfe kann infrage kommen, wenn deine Angst dir im Leben zu sehr im Weg steht.

Jetzt kommt es darauf an: Das solltest du während der Präsentation beachten

Tipp 1: Stell dich gerade und aufrecht hin!

Ein aufrechter und fester Stand sind wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Präsentation. Wenn du sicher auf deinen Füßen stehst und eine gerade Haltung einnimmst, dann stärkt das nicht nur dein Selbstbewusstsein, sondern du wirkst auch auf dein Publikum wie ein waschechter Profi. Eine unsichere Körpersprache verrät deinen Zuhörern, wenn du Angst hast. Lockere also vorab deine Schultern, strecke deine Brust raus und trete ein paar Schritte nach vorne.

Tipp 2: Achte auf deine Atmung!

Deine Atmung ist ein ebenso ausschlaggebender Punkt, wenn es um sicheres und freies Sprechen geht. Tiefes und bewusstes Ein- und Ausatmen wird sogar in vielen Therapien zur Angstbewältigung eingesetzt. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass du während deiner Präsentation ruhig in deinen Bauch atmest. Mit der richtigen Atmung schaffst du es nicht nur deine Aussprache, ohne Stolpern und Stammeln zu optimieren, sondern beruhigst nebenbei auch deinen Puls. Sowohl vor als auch während deines Vortrags ist es sehr wichtig, dass du eine regulierte Atmung hast.

Tipp 3: Lass schlechte Gedanken vorüberziehen!

Den Fokus zu behalten ist eine der wichtigsten aber auch schwierigsten Aufgaben in der Bewältigung deiner Redeangst. Es ist unerlässlich, konzentriert zu bleiben, wenn du dein Publikum wirklich von dir überzeugen möchtest. Allerdings ist es auch ganz normal, dass sich hin und wieder ein paar fiese Gedanken während des Vortrages in deinen Kopf schleichen. Versuch auf keinen Fall, diese negativen Gedanken weiterzudenken oder dich ihnen zwanghaft zu widersetzen. Stattdessen nimm sie lediglich wahr und lass sie dann einfach vorüberziehen. Richte deinen Fokus wieder auf deine Atmung und deine zu vermittelnden Inhalte.

Tipp 4: Keine Angst vor stillen Momenten!

Wenn du einmal den Faden verlierst, nicht mehr weißt, was du gerade sagen wolltest, nervös wirst oder einen Blackout hast, dann kann es sein, dass dir die kurze Pause der Stille vorkommt wie eine Ewigkeit. Allerdings sind es vielleicht nur ein paar Sekunden und deinem Publikum wird diese Pause in keiner Weise negativ auffallen. Selbst wenn du mal eine längere Zeit nichts sagst, dann wird deinen Zuhörern bewusst sein, dass du lediglich überlegst, was du als Nächstes sagen wirst. Atme in solchen Momenten einige Male ruhig und tief ein.

Tipp 5: Sprechen statt präsentieren!

Deine Nervosität und Redeangst kommen zu einem großen Teil von der Vorstellung, dass du eine Rede oder Präsentation halten musst. Dieser Gedanke verunsichert dich sowohl vor als auch während des Vortrags nur noch mehr. Daher ist es wichtig, zu verstehen, dass du keine wirkliche Rede im Sinne eines passiven, frontalen Vortrages hältst, sondern lediglich mit einer Gruppe Menschen über ein bestimmtes Thema sprichst. Du erzählst ihnen etwas und sie hören interessiert zu. Klingt doch schon gar nicht mehr so schlimm, oder?

Wenn du unter Redeangst leidest, dann ist es ganz besonders wichtig, dass du gut mit dir selbst umgehst und deine Angst annimmt. Wie du bereits gehört hast, ist die Angst vor öffentlichen Reden sehr weit verbreitet und fast jeder hat schon einmal mit Nervosität und Aufregung kämpfen müssen. Wenn du unsere Tipps und Ratschläge gegen Sprechangst befolgst, dann kommst du einer entspannten und erfolgreichen Präsentation schon einige Schritte näher. Vertraue auf dich und dein Potenzial, dann kannst du eines Tages vorne stehen und hast vielleicht sogar Spaß daran, deinen Mitschülern, Kommilitonen oder Arbeitskollegen ein bestimmtes Thema näher zu bringen.