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Kein Schulabschluss? Wie du trotzdem gute Chancen für eine Ausbildungsstelle hast

Kein Schulabschluss? Wie du trotzdem gute Chancen für eine Ausbildungsstelle hast
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Tanja Tänzer am 05.02.2018

Bei einem Blick auf die ausgeschriebenen Ausbildungsstellen vieler Unternehmen stechen die fachlichen Anforderungen zuerst heraus. Viele Firmen fordern von ihren Bewerbern sehr hohe Qualifikationen. Das beginnt schon damit, dass selbst für einfache Ausbildungen im besten Fall ein Abitur von den Firmen vorausgesetzt wird. Wenn du keinen Abschluss hast - oder zumindest nicht den erforderlichen Abschluss - ist es aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Auch wenn viele Firmen auf den ersten Blick schier unmögliches von ihren Bewerbern fordern, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die darüber hinaus zur Verfügung stehen.

Ausbildung ohne Abschluss - ist es überhaupt möglich?

Für viele angehende Auszubildende scheint die Chance auf den Traumjob ohne die richtige Ausbildung einfach nicht möglich zu sein. Sie sehen die hohen Anforderungen bei den Anzeigen, kriegen auf die ersten Bewerbungen absagen und auch die Agentur für Arbeit weist in der Regel bei der Beratung darauf hin, dass ohne einen vernünftigen Abschluss eine berufliche Perspektive eigentlich nicht gegeben ist. Dabei gibt es viele Beispiele für Lebens- und Karrierewege, bei denen der erste Abschluss nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Der Abschluss einer Berufsausbildung kann zudem als ein Bildungsabschluss angesehen werden.

Die Gründe dafür, warum kein Abschluss vorliegt, sind so breit gefächert wie die Leute, die mit dem Problem konfrontiert wird. Wichtig ist nur, dass man sich von Beginn an darüber Gedanken macht, wie man das eigene Defizit ausgleichen oder an einer Lösung arbeiten kann. Weiter- und Fortbildungen sind zum Beispiel eine Variante. Sie erlauben auch dann einen Abschluss zu erzielen, wenn man längst nicht mehr in der Schule ist. Auch praktische Erfahrungen wie ein Praktikum oder verschiedene Maßnahmen der Agentur für Arbeit können dabei helfen, den Fuß für eine Ausbildungsstelle in die Tür zu bekommen - auch ohne den Abschluss an einer entsprechenden Schule.

Die richtigen Maßnahmen für die Suche nach einer Ausbildungsstelle

Eines sollte klar sein: Wenn Du nicht über einen entsprechenden Abschluss verfügst, wird die Suche nach einer Ausbildungsstelle natürlich zu einer Herausforderung. Du wirst mehr Initiative als jene zeigen müssen, die einen guten Abschluss in der Tasche haben und dich in den meisten Fällen beweisen müssen, bevor Du eine Chance auf einen Ausbildungsvertrag hast. Am Ende kann dir das aber helfen. Durch die entsprechenden Maßnahmen erhältst Du in der Regel nicht nur den Einblick in die Branchen, die Dich interessieren, sondern nicht selten auch direkt in die Unternehmen. Es kann sich also lohnen, wenn man eine der folgenden Maßnahmen nutzt, um am Ende doch zu einer Ausbildung zu kommen.

  • Einstiegsqualifizierung: Die Einstiegsqualifizierung wird in der Regel durch die Agentur für Arbeit vermittelt. In diesen Maßnahmen werden die Suchenden für sechs bis zwölf Monate in Unternehmen untergebracht, die entsprechende Stellen zur Verfügung stellen. Wer sich hier beweist, kann in der Regel nach dem Ende der Maßnahme gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle erwarten.
  • Berufsvorbereitende Maßnahme: Auch hier fungiert die Agentur für Arbeit als Ansprechpartner. In diesen Maßnahmen wird zum einen vermittelt, wie die Chancen für eine Ausbildungsstelle erhöht werden können. Zum anderen finden sich die Teilnehmer in verschiedenen Formen des Praktikums wieder, können sich empfehlen oder zumindest Erfahrungen sammeln.
  • Berufsgrundbildungsjahr: Für junge Leute auf der Suche nach einer Ausbildung vermittelt diese Maßnahme nicht nur Erfahrung, sondern erfüllt auch die Berufsschulpflicht, die bei Menschen unter 18 Jahren vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist.

Die Möglichkeiten von verschiedensten Stellen sind also durchaus vorhanden. Gerade dann, wenn man nicht wirklich weiß, wie man die Suche nach den richtigen Maßnahmen beginnen soll, empfiehlt sich ein Besuch bei der Agentur für Arbeit. Hier gibt es Experten, die sich vor allem darauf spezialisieren, dass junge Menschen eine Chance haben die verschiedenen Möglichkeiten für eine Berufsausbildung zu ergreifen.

Abschluss nachholen - geht es so einfach?

Im Zweifel kann es am Ende trotzdem sein, dass man für den eigenen Traumberuf nicht den nötigen Schulabschluss mitbringt. Das gilt sogar dann, wenn vielleicht ein Abschluss vorhanden ist. Viele Ausbildungsberufe werben mit einem sehr hohen Standard. Über viele Jahre war der Bankkaufmann beispielsweise mühelos mit der mittleren Reife zu erlernen. Inzwischen fordern die Banken von ihren Bewerbern fast immer ein Abitur oder wenigstens eine Fachhochschulreife. Mit einem Realschulabschluss sinken die Chancen deutlich. So bleibt noch die Möglichkeit, dass man auch außerhalb der eigentlichen Schule einen entsprechenden Abschluss erwirbt, der bei der Suche nach der besten Karriere helfen kann.

Möglichkeiten für einen Abschluss nach der Schule sind in Deutschland in den verschiedensten Formen verfügbar. Die klassische Abendschule bietet den Zugang zu diversen Abschlüssen, die für eine Ausbildung interessant sein können. Auch die Fernuniversitäten bieten inzwischen aber ein umfangreiches Angebot an, mit dem es dir möglich sein sollte, dass du einen guten Abschluss erwerben kannst. Wenn es nichts mit der Ausbildung wird, kann man auf diese Weise wenigstens die Chancen im nächsten Jahr erhöhen, wenn man in diesem Zeitraum an seiner Qualifikation arbeitet.

Das Mittel der Initiativbewerbung

Am Ende steht auch noch die Möglichkeit zur Verfügung, dass man sich auf eine Stelle bewirbt, die für die eigene Person auf den ersten Blick nicht erreichbar ist. Das gilt dann, wenn das gewünschte Unternehmen momentan offiziell gar keine Ausbildungen sucht. Aber auch dann, wenn die angeblich nötige Qualifikation zu hoch ist. Es bleibt stets der Weg, dass man sich ganz ohne eine Aufforderung für eine Ausbildungsstelle bewirbt. Die Initiativbewerbung ist dafür der Schlüssel. Mit einer guten Beschreibung der eigenen Position und Motivation macht man sich daran, sich bei Firmen ins Gespräch zu bringen.

In einer solchen Bewerbung muss natürlich genau erklärt werden, warum Du glaubst, dass Du eine Bereicherung für die Firma bist. Ein guter Lebenslauf und eine gut ausgeschmückte Bewerbung geben einen eindeutigen Hinweis darauf, dass man bereit ist, in eine solche Stelle zu investieren. Auf diese Weise wird die spontane Bewerbung an ein Unternehmen eine sehr gute weitere Option, wie man die eigenen Chancen in der freien Wirtschaft stärken und vielleicht doch noch an die Stelle für eine Ausbildung in einer Firma kommen kann.