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Das sollte alles in deinem Ausbildungsvertrag stehen

Das sollte alles in deinem Ausbildungsvertrag stehen
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Tanja Tänzer am 02.02.2018

Was sollte in deinem Ausbildungsvertrag stehen?

Der Vertrag für die eigene Ausbildung ist nicht nur die Grundlage für drei Jahre der Zusammenarbeit mit einem Unternehmen. Tatsächlich hat das Arbeitspapier wichtige Inhalte über die eigenen Rechte, Pflichten und den allgemeinen Rahmen, mit dem während dieser wichtigen Zeit gearbeitet wird. Eigentlich gibt es von der Industrie- und Handelskammer sowie anderen Institutionen dieser Art genormte Werke, aus denen die wichtigsten Informationen klar hervorgehen sollten. Da es den Unternehmen allerdings frei steht, dieses Werk zu ergänzen oder ein ganz eigenen Ausbildungsvertrag für die eigenen Azubis zu nutzen, solltest Du genau wissen, welche Dinge sich in dem Vertrag befinden sollten.

Der Ausbildungsvertrag - die wichtigsten Inhalte

Natürlich muss sich der Ausbildungsvertrag vor allem mit dem Rahmen zwischen den beiden Parteien, dem Auszubildenden und dem Ausbilder, beschäftigen. Arbeitszeiten, Urlaubstage, generelle Pflichten und ähnliche Dinge müssen klar in dem Vertragswerk definiert sein, damit beide Seiten ein Dokument haben, auf das sie sich bei Unstimmigkeiten beziehen können. Inzwischen enthalten die meisten Ausbildungsverträge aber, ähnlich wie normale Arbeitsverträge, verschiedene Zusatzklauseln und Informationen rund um die tägliche Arbeit.

Dabei kann es um den Abgleich der Überstunden gehen, die Bezahlung im Krankheitsfall oder die Möglichkeiten, wenn das Ziel der Ausbildung nicht erreicht werden kann. Zu den wichtigsten Grundelementen in einem Ausbildungsvertrag gehören die folgenden Inhalte:

  • Ziel der Ausbildung: Schon im Ausbildungsvertrag sollte möglichst klar definiert sein, was die gemeinsamen Ziele sind. Welche Inhalte oder Fähigkeiten sollen während der Ausbildung vermittelt werden? Welche Dinge gehen über die normalen Lehrinhalte hinaus?
  • Beginn und Dauer: Auch wenn es auf den ersten Blick selbstverständlich erscheint, müssen solche Dinge wie die Dauer und der Beginn der Ausbildung klar definiert sein. Dazu gehören auch theoretische Möglichkeiten für die Verkürzung der Ausbildungsdauer.
  • Arbeitszeit: Eine klare Definition der wöchentlichen Arbeitszeiten hilft beiden Seiten weiter. Im Vertrag muss dabei nicht unbedingt definiert werden, zu welchen Arbeitszeiten der Azubi im Büro erscheinen muss. Zumindest die wöchentliche Arbeitszeit muss allerdings klar definiert sein.
  • Probezeit: In der Regel beträgt die beidseitige Probezeit bei einem Ausbildungsvertrag drei oder sechs Monate. Klauseln, die darüber hinaus gehen, können ungültig sein. Eine genaue Prüfung im Vertrag ist daher zum Schutz des Auszubildenden wichtig.
  • Vergütung: Die Vergütung eines Azubis kann entweder durch den Schlüssel der Handels- und Handwerkskammern erfolgen oder davon abweichen. Ist allerdings festzuhalten, dass generell nicht weniger als der vorgegebene Mindestsatz bezahlt werden darf.
  • Urlaub: Auch wenn Dein erster Urlaub in der Ausbildung vermutlich eine Frage einer entfernten Zukunft ist, sollte in deinem Vertrag klar definiert sein, wie hoch der Anspruch ist.

Dies sind die wichtigsten Eckpunkte, die eigentlich in jedem Verrag vorhanden sein müssen. Dabei werden sie ergänzt von anderen Optionen: Die Möglichkeiten für eine Kündigung, interne Papiere und weitere Vereinbarungen sowie Informationen über die Ausbildungsorte und die Berufsschule sind weitere Möglichkeiten.

Weicht der Ausbildungsvertrag von einem Standardwerk der IHK ab, so ist dafür zu sorgen, dass das Vertragswerk von jemandem kontrolliert wird, der entsprechende Erfahrung mit Arbeitsverträgen hat. Das dient sowohl dem Schutz des Unternehmens aber vor allem dem Schutz der Person, die hier ihre Ausbildung beginnen möchte.

Interne Vereinbarungen und ungültige Klauseln

In den letzten Jahren ist es in vielen Unternehmen modern geworden, dass es neben dem eigentlichen Vertrag noch einige Dokumente gibt, die zum Beispiel das Innenleben in einer Firma regeln. So gibt es zusätzliche Vereinbarungen, die nicht direkt im Vertragswerk auftauchen, da nicht alle Mitarbeiter von ihnen betroffen sind.

Auch Auszubildende müssen in der Regel diese zusätzlichen Dokumente unterzeichnen, bevor sie mit der eigentlichen Arbeit in einer Firma beginnen können. Zu diesem Dokumenten gehören in der Regel:

  • Erklärung zum Datenschutz: In vielen Unternehmen wird heute mit sehr sensiblen Daten gearbeitet. Diese dürfen auch gesetzlich nur in einem bestimmten Rahmen genutzt werden. Der Datenschutz ist daher eine wichtige Angelegenheit und in der Regel ein Standard-Dokument, das zusätzlich zum Vertrag unterzeichnet werden muss.
  • Verschwiegenheitserklärung: Die Erklärung zur Verschwiegenheit verpflichtet die Mitarbeiter in einem Unternehmen, über fast alle internen Vorgänge stillschweigen zu bewahren. Dies gilt gegenüber Freunden und Familie aber besonders gegenüber der Konkurrenz und möglichen Kunden.
  • Internet-Nutzung: Die globale Nutzung des World Wide Web kann natürlich auch bei Firmen einen entsprechenden Einfluss auf die Produktivität haben. Mit diesem Dokument sichert sich der Arbeitgeber ab, dass er alleine vorgeben kann, welche Nutzung des Internets über den beruflichen Gebrauch hinaus möglich ist.

Wenn diese Papiere in einem Vertragswerk vorliegen, gibt es also keinen Grund zur Verwunderung. Sie sind bei den meisten Einstellungen zu einem Standard geworden und können, sofern sie keine besonderen Klauseln enthalten, bedenkenlos unterschrieben werden.

Welche Dinge dürfen nicht im Vertrag stehen?

Viele Arbeitgeber versuchen mit ihren Verträgen die Mitarbeiter auf eine Weise an sich zu binden, die nun schon mehrfach von den Arbeitsgerichten verboten worden ist. Inhalte, die vom normalen Vertragswerk abweichen, sollten daher mit einer gesunden Portion Misstrauen kontrolliert werden.

Du hast jedes Recht, dass Du deinen Vertrag zum Beispiel der Industrie- und Handelskammer vorlegst, damit diese einen Blick darauf wirft und dir sagt, wenn eine der Klauseln nicht dem Standard entspricht und sogar verboten ist. Dazu zählen zum Beispiel einseitige Vereinbarungen, die den Auszubildenden direkt nach dem Ende seiner Lehrzeit an ein Unternehmen binden. Das ist zwar mitunter bei Werksstudenten gestattet, nicht aber bei normalen Azubis.

Auch die sogenannte Wettbewerbsklausel, also ein Hinweis darauf, dass man nach dem Ende bei einem Unternehmen nicht bei einer Firma der gleichen Branche anfangen darf, ist in Deutschland nicht gestattet. Daran ändert auch das häufige Vorkommen in amerikanischen Serien nichts. In Deutschland herrscht freie Berufswahl und diese wäre durch die Klausel eingeschränkt.

Alles in allem gibt es also einige Punkte, auf die man zu achten hat, wenn man einen solchen Vertrag unterzeichnen möchte. Ein professioneller Rat vor der Unterschrift kann aber nicht schaden, wenn Du deine Zukunft mit dem Unternehmen langfristig planst und eine rechtliche Basis haben möchtest, mit der auch Du zufrieden sein kannst.