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Bewerbungskiller: 10 Dinge, die nicht in den Lebenslauf gehören

Lillia Seifert am 12.03.2021
ca. 1312 Worte
ungefähre Lesezeit 4 Minuten 46 Sekunden
Bewerbungskiller: 10 Dinge, die nicht in den Lebenslauf gehören
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Inhalt:
  1. Bewerbung: Wozu dient ein Lebenslauf genau?
  2. Lebenslauf-Fehler: Diese 10 Dinge solltest du unbedingt streichen
    1. Fehler 1: Irrelevante Arbeitserfahrungen
    2. Fehler 2: Persönliche Details
    3. Fehler 3: Deine komplette Adresse
    4. Fehler 4: Auszeiten bzw. Lücken
    5. Fehler 5: Informationen zum Gehalt
    6. Fehler 6: Deine Hobbys bzw. Interessen
    7. Fehler 7: Referenzen
    8. Fehler 8: Formale Fehler
    9. Fehler 9: Zu viel Text und Stichpunkte
    10. Fehler 10: Lügen bzw. Falschangaben
  3. Was macht einen guten Lebenslauf aus?
  4. Studie: Diese Begriffe suchen Arbeitgeber in Lebensläufen am häufigsten

In Bewerbungen ist es meist das Anschreiben, was uns Kopfzerbrechen bereitet, dabei solltest du deinen Fokus auf den Lebenslauf legen, denn der ist deutlich wichtiger. Jetzt denkst du vielleicht: Na, ist doch ganz einfach, dafür muss ich lediglich kurz und präzise meine persönlichen Daten, die aktuelle Adresse, meine bisherigen Arbeitserfahrungen usw. auflisten. Falsch, denn hier gibt es einige Dinge, die Arbeitgeber nicht im Lebenslauf eines Bewerbers sehen möchten oder die für dich das vorzeitige Ende des Bewerbungsverfahrens bedeuten.

Bewerbung: Wozu dient ein Lebenslauf genau?

Der Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil jeder Bewerbung und wird von Personalern aus Zeitgründen oft ausschließlich zur Auswahl geeigneter Bewerber herangezogen. Das Anschreiben ist lediglich zur Einschätzung der Persönlichkeit und Motivation des Bewerbers entscheidend, wohingegen der Lebenslauf die wichtigsten Qualifikationen, Fähigkeiten und Erfahrungen abbildet. Daher solltest du auf die Darstellung deines Werdegangs besonders viel Wert legen und bestimmte Dinge unbedingt streichen, um nicht sofort auf dem Aussortiert-Stapel zu landen.

Das gehört grundsätzlich in einen Lebenslauf:

  • Kontaktdaten (Mobiltelefon, E-Mail-Adresse)
  • Schule, Ausbildung und Studium (anti-chronologisch)
  • Praxiserfahrungen und Berufserfahrungen (anti-chronologisch)
  • Kenntnisse und Zusatzqualifikationen (passend zur Stelle)

Zunächst einmal zeigen wir dir die zehn Dinge, die heutzutage kein Arbeitgeber mehr in Bewerbungen sehen möchte oder die dich sofort für ein mögliches Vorstellungsgespräch disqualifizieren. Anschließend geben wir dir einen kleinen Lebenslauf-Guide darüber, was grundsätzlich in den Lebenslauf gehört und was einen besonders guten Lebenslauf ausmacht.

Lebenslauf-Fehler: Diese 10 Dinge solltest du unbedingt streichen

Durchschnittlich benötigen Arbeitgeber lediglich 6 Sekunden, um einen Bewerber als geeignet oder ungeeignet für eine zu besetzende Position einzustufen. Um mit deiner Bewerbung innerhalb dieser Zeit zu punkten, brauchst du einen einschlägigen und perfekten Lebenslauf. Wenn du die folgenden 10 Dinge sofort aus deinem Lebenslauf streichst, hebst du dich von der Masse ab und erhöhst deine Chancen auf ein Vorstellungsgespräch:

Fehler 1: Irrelevante Arbeitserfahrungen

Vielleicht hast du während deines Studiums im Restaurant gejobbt und dadurch gewiss wichtige Fähigkeiten, wie in Stresssituationen den Durchblick zu behalten, erlernt, allerdings solltest du derartige Joberfahrung nicht in deinem Lebenslauf erwähnen, insofern du dich nicht wieder in der Gastronomie bewirbst.
Du kannst jedoch auch Nebenjobs oder Arbeitserfahrungen erwähnen, die nicht in direkter Verbindung zu deiner angestrebten Branche stehen, insofern sie dir wirklich relevante Kenntnisse und Kompetenzen mitgegeben haben, die du in der neuen Stelle brauchst.

Fehler 2: Persönliche Details

Früher war es durchaus üblich, den Familienstand, die Religion und Sozialversicherungsnummer im Lebenslauf aufzuführen. Heutzutage sind diese Informationen für Personalchefs nicht relevant, um einen Bewerber als geeignet für die freie Stelle zu sehen.
Aus diesem Grund solltest du derartige persönliche Details unbedingt weglassen, denn dein potenzieller neuer Arbeitgeber kann danach immer noch im Vorstellungsgespräch fragen.

Fehler 3: Deine komplette Adresse

In Zeiten uneingeschränkter Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail und Mobiltelefon ist es für Personaler nicht mehr wichtig, bereits in der Bewerbung die vollständige Wohnanschrift von Bewerbern zu sehen.
Top-Karriereexperten sagen sogar, dass Sie Bewerbungen direkt ablehnen, wenn sie die gesamte Adresse darauf finden. Ebenso sieht es mit Telefonnummern aus, denn hier reicht lediglich die Handynummer, sodass du auf jeden Fall erreichbar bist oder sich deine Mailbox einschaltet.

Fehler 4: Auszeiten bzw. Lücken

Wenn du dir eine längere Auszeit wie etwa in Form einer Reise genommen hast, eine Krankheit zur Lücke in deinem Lebenslauf geführt hat oder du aus einem anderen Grund für einen bestimmten Zeitraum keine Angaben in deinem Lebenslauf machen kannst, solltest du dies keinesfalls explizit erwähnen. Lass derartige Lücken einfach aus und führe sie nicht begründet auf.
Ausgenommen sind natürlich Freiwilligenarbeit, ein relevanter Auslandsaufenthalt zum Arbeiten oder für Praktika, denn schließlich sollst du nur die Dinge in deinem Lebenslauf erwähnen, die für die Stelle, auf die du dich bewirbst, wichtig sind.

Fehler 5: Informationen zum Gehalt

Diesen Fehler machen immer noch viele Bewerber: Unaufgefordert Gehaltsvorstellungen im Lebenslauf aufführen. Ganz besonders fatal ist die Angabe bisheriger Stundenlöhne in alten Jobs, denn das führt erst recht dazu, dass Arbeitgeber Bewerber etwa nach dem Motto „zu teuer“ direkt aussortieren.
Informationen zum Gehalt solltest du nur dann in deinen Lebenslauf einfügen, wenn in der Stellenausschreibung explizit nach deinen Vorstellungen gefragt wird. Dann ist es am besten, das gewünschte Brutto-Jahresgehalt in einer Spanne (z. B. 30.500 – 38.500 Euro) anzugeben.

Fehler 6: Deine Hobbys bzw. Interessen

Hobbys kannst du natürlich in Lebensläufen für einen Minijob während der Schulzeit angeben, allerdings sind diese insbesondere in späteren Bewerbungen nicht notwendig. Für das Unternehmen ist es nicht wichtig zu wissen, ob du gerne reitest, Fußball spielst oder liest. Die Angabe von Interessen ist demnach lediglich eine Platzverschwendung und kommt bei Arbeitgebern meist nicht gut an.

Fehler 7: Referenzen

Neben der genauen Adresse deines derzeitigen Arbeitgebers oder dem Namen deines Chefs ist es genauso unwichtig, Referenzen aus vorigen Anstellungen aufzulisten. Falls dein potenzieller neuer Arbeitgeber dich zum Vorstellungsgespräch einlädt, kann er dich bei Interesse immer noch nach Referenzen fragen. So hast du zudem die Möglichkeit, deine alten Arbeitskontakte vorab zu informieren, falls der Personalchef dort anruft.

Fehler 8: Formale Fehler

Natürlich ist es ein absolutes No-Go, in Bewerbungen grobe Rechtschreibfehler zu machen oder grammatikalisch unschlüssige Sätze zu formulieren. Allerdings spielen auch der Aufbau, die Gliederung in Absätze und Überschriften eine Rolle und sollten einheitlich und übersichtlich sein. Zudem ist ein digitaler Lebenslauf nur dann gut, wenn auch die Schriftart und -größe zum Layout und Stil passen.

Fehler 9: Zu viel Text und Stichpunkte

Dein Lebenslauf sollte übersichtlich und klar strukturiert sein, nicht zu viel Text haben, aber auch nicht ausschließlich aus Stichpunkten bestehen. Eine gute Mischung aus beidem wirkt dem Überfliegen des Lebenslaufes entgegen.
Außerdem solltest du darauf achten, nicht zu viele Informationen auf ein einziges Blatt zu quetschen, sondern ausreichend Platz lassen und eine gut lesbare Schriftgröße wählen. Besonders relevante Daten kannst du durch eine größere Schrift und zentrale Positionierung hervorheben.

Fehler 10: Lügen bzw. Falschangaben

Zu den häufigsten Antworten, was Personaler in Lebensläufen häufig sehen und besonders ablehnen, gehören Lügen bzw. die Angabe falscher Informationen. Das kann der vermeintliche Besuch einer Universität oder ein angeblicher Job im renommieren Unternehmen sein.
Bereits die kleinste Lüge kann für dich das sofortige Aus im Bewerbungsprozess bedeuten und das ist die tollste erfundene Referenz der Welt absolut nicht Wert. Stell dir doch einmal vor, dein neuer Arbeitgeber möchte dich später genau nach deinen vermeintlichen Fähigkeiten einsetzten, die du ja gar nicht hast? Dann wird es wirklich unangenehm für dich.

Was macht einen guten Lebenslauf aus?

Grundsätzlich ist ein guter Lebenslauf klar strukturiert, einfach zu lesen, nahezu fehlerfrei und gibt die wichtigsten Informationen zum beruflichen Werdegang kurz und prägnant wider. Eine tabellarische Darstellung bietet sich oft an, da so die Übersichtlichkeit garantiert ist. Daneben gibt es einige weitere Tipps, die du dir bei der Erstellung deines Lebenslaufes zu Herzen nehmen solltest:  

  • Tipp 1: Anti-chronologische Reihenfolge der Ereignisse
  • Tipp 2: Inhaltlicher roter Faden
  • Tipp 3: Selbstbewusste, überzeugende Darstellung
  • Tipp 4: Ein bis maximal zwei Seiten
  • Tipp 5: Nur relevante Skills und Kompetenzen
  • Tipp 6: Erst Berufserfahrung, dann Ausbildung
  • Tipp 7: Bei Bedarf sympathisches Bewerbungsfoto
  • Tipp 8: Ansprechendes Layout
  • Tipp 9: Unterschrift und Datum

Studie: Diese Begriffe suchen Arbeitgeber in Lebensläufen am häufigsten

Ein führender Anbieter für Markt- und Konsumentendaten hat innerhalb einer Studie zu Arbeit und Beruf herausgefunden, welche Begriffe es tatsächlich sind, nach denen Arbeitgeber in Lebensläufen von potenziellen Bewerbern suchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Fähigkeiten und Kompetenzen in Lebensläufen sehr relevant sind. Hier sind die acht wichtigsten Begriffe, die im Lebenslauf häufig gewünscht sind:

  • Teamfähigkeit (46 %)
  • Kommunikationsfähigkeit (44 %)
  • Probleme lösen und Entscheidungen treffen (31 %)
  • Verbesserung von Leistung und Produktivität (31 %)
  • Technologie (24 %)
  • Fremdsprachenkenntnisse, mehrere Muttersprachen (23 %)
  • Kundenbetreuung, Kundenbindung (18 %)
  • Führungsfähigkeit (16 %)

Aufgrund einer Vielzahl an Bewerbungen schauen Personalchefs zuerst auf den Lebenslauf. Daher solltest du der Darstellung deines beruflichen Werdegangs und deiner Fähigkeiten besondere Aufmerksamkeit schenken. Vermeide dabei unbedingt unsere 10 Lebenslauf-Fehler, um nicht vom weiteren Bewerbungsprozess ausgeschlossen zu werden. Die von uns zusammengefassten Infos und Tipps dazu, was in einen guten Lebenslauf gehört, können dir dabei helfen, mit deiner nächsten Bewerbung einen bleibenden Eindruck beim Personaler zu hinterlassen.