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Bewerbungsgespräch: So punktest du beim Thema Stärken und Schwächen

Bewerbungsgespräch: So punktest du beim Thema Stärken und Schwächen
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Tanja Tänzer am 09.03.2018

Du hast es geschafft und wurdest zu einem Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz eingeladen. Dabei wirst du vielen Fragen konfrontiert sein für die es eine passende Antwort zu finden gilt.  Die Frage nach den Stärken und Schwächen ist dabei ein echter Klassiker im Bewerbungsgespräch. Irgendwann wird man mit Sicherheit danach fragen, was Du selbst als deine herausragenden Fähigkeiten ansiehst und in welchen Punkten Du dich noch verbessern möchtest und musst. Tatsächlich ist dieser Bereich durchaus kompliziert und in manchen Fällen kann eine Antwort über den Eindruck entscheiden, den die Verantwortlichen über dich bekommen. Es gibt zwar keine richtigen und falschen Antworten - mit den passenden Tricks kannst Du aber deine Chancen auf ein erfolgreiches Gespräch noch weiter verbessern.

Warum sind die Stärken und Schwächen so wichtig?

In jedem Vorstellungsgespräch nehmen die Stärken und Schwächen den wohl wichtigsten Stellenwert von allen Fragen ein. Das liegt daran, dass schon die Formulierung der Antworten einen interessanten Einblick in den Charakter der Bewerber geben kann. Zudem verraten die Stärken eine Menge darüber, wie gut sich ein neuer Azubi in das Umfeld des Unternehmens einfügen kann. Die Bereitschaft sich Schwächen einzugestehen ist zudem ein weiterer wichtiger Charakterzug. Auszubildende haben jedes Recht sich in der Zeit ihrer Ausbildung zu verbessern. Es ist allerdings wichtig, dass sie eine Einsicht über eventuelle Schwächen und Schwachpunkte haben, in denen sie sich weiter verbessern können.

Wichtig ist, dass die Stärken und Schwächen einen direkten Bezug zur eigenen Arbeit haben. Sie müssen so definiert sein, dass klar erkennbar ist, wie sie sich auf die eigene berufliche Tätigkeit auswirken und welche Vor- oder Nachteile sie bringen. Die Verantwortlichen im Bewerbungsgespräch werden auf jedes Detail achten und anhand deiner Antworten entscheiden, wie gut Du in das gesuchte Profil passt und ob Du eine gute Ergänzung für das Unternehmen bist. Eine gute Vorbereitung ist für deinen Erfolg daher von hoher Bedeutung.

Die richtige Mischung aus Stärken und Schwächen

Einer der besten Wege, um mit dieser Frage umzugehen, liegt tatsächlich darin, dass Du dir umfangreiche Gedanken über deine Stärken und Schwächen machst. Es ist nicht hilfreich, wenn Du im Bewerbungsgespräch lange überlegen musst. Stärken sollten nicht zu arrogant klingen und Schwächen keinen allzu direkten Bezug zur eigenen Tätigkeit offenbaren. Es kommt auf eine gute Mischung in diesem Verhältnis an. Bei den Schwächen ist es durchaus möglich Dinge einzugestehen, an denen sich arbeiten lässt, ohne dass Du dich bereits vorher für eine berufliche Position disqualifizierst. Erarbeite dir eine gute Mischung, bereite dich mit den richtigen Antworten vor und sorge dafür, dass dieser komplexe Part im Bewerbungsgespräch nicht zu einer zu großen Hürde für deine eigenen Ambitionen wird.

Die Stärken - wie formulierst Du sie richtig?

Bei den Stärken geht es vor allem darum, dass Du mit wenigen Worten beschreibst, wieso deine Stärken dir bei deiner Arbeit helfen werden. Natürlich kann es sein dass Du ein herausragender Schwimmer bist - das wird einen neuen Arbeitgeber aber eher nicht davon überzeugen, dass Du die richtige Person für eine Ausbildungsstelle bist. Darüber hinaus ist es wichtig, dass Du bei den Formulierungen darauf achtest, dass Du dich nicht zu sehr über den Klee lobst. Immerhin wird man dich hinterher durchaus an deinen Aussagen messen. Hier sind einige Beispiele für die Formulierungen der passenden Stärken:

  • Ich habe eine gute Auffassungsgabe und kann mich schnell in neue Themenfelder einarbeiten.
  • Ich finde verschiedene Lösungen für Probleme und bin flexibel in der Suche nach den richtigen Möglichkeiten.
  • Es war mir schon immer wichtig in einem  Team zu arbeiten in dem man sich und seine Stärken mit anderen ergänzen kann.
  • Der Kontakt mit Menschen ist für mich einfach und ich mag es gerne, wenn ich mit neuen Personen in Kontakt kommen kann.
  • Die Kreativität ist für mich sehr wichtig in meinem Leben und ich möchte sie auch bei meiner Arbeit einfließen lassen.
  • Stress ist für mich kein Problem. Ich arbeite auch unter Druck verlässlich und sauber.

Natürlich musst Du die passenden Stärken auf dein Themengebiet und auf deine Ausbildung anwenden. Allerdings bist Du mit diesen Beispielen gut gerüstet. Sie zeigen, dass Du gut in einem Team arbeiten kannst und dass Du bereit bist, auch Lösungen für Probleme zu finden, die keine schnelle Bearbeitung ermöglichen. Zudem lässt es Spielraum für weitere Verbesserungen in der Zukunft.

Die Schwächen - wie präsentiere ich mich richtig?

Während die Stärken vor allem zeigen sollen, dass Du eine gute Ergänzung für das Team in einem Unternehmen bist, geht es bei den Schwächen darum, dass Du Selbstreflektion zeigst und gleichzeitig bereit bist, an diesen Schwächen zu arbeiten. Gerade hier kommt es aber auf die passende Formulierung an. Du musst sicher sein, dass Du nicht zu tief in die Schwächen eintauchst und trotzdem ehrlich bist.

Auch hier kommt es also vor allem auf die richtige Balance an. Ein Bewerber für die Ausbildung als Pilot sollte nicht gerade zugeben, dass er unter Stress nicht optimal arbeiten kann. Ebenso sollte ein Vermarkter keine Probleme mit dem Kontakt mit anderen Menschen zugeben. Allerdings sollte man auf Formulierungen verzichten, die nur scheinbar eine Schwäche sind. Aussagen wie "Ich kann nicht Nein sagen" werden von einem guten Personalchef schnell durchschaut und gelten gemeinhin nicht als eine wirkliche Schwäche.

Ein wenig Ehrlichkeit, Vorbereitung und Transparenz mit den eigenen Stärken und Schwächen kann also dabei helfen, dass man noch bessere Chancen im Gespräch mit dem potentiellen neuen Arbeitgeber hat. Wenn Du dich gut organisierst und dir rechtzeitig Gedanken über deine Stärken und Schwächen machst, sollte auch dieser Teil im Vorstellungsgespräch keine Hürde für dich darstellen.