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Ausbildung finden - Tipps zur Suche nach einem Ausbildungsplatz

Ausbildung finden - Tipps zur Suche nach einem Ausbildungsplatz
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Sebastian Driefmeier am 30.05.2018

Die Ausbildungssuche ist für viele Jugendliche und junge Erwachsene ein wichtiges Kapitel ihrer beruflichen Zukunft. Während sich heutzutage junge Menschen vermehrt über den Mangel an Studienplätzen oder überfüllte Hörsäle beklagen, verbessern sich die Chancen für diejenigen, die sich für eine Ausbildung entschieden haben. Deutschlandweit übertreffen die ausgeschriebenen Ausbildungsplätze sogar die Zahl der Ausbildungssuchenden. Die Chancen, deine Traumausbildung zu finden, stehen folglich theoretisch besser denn je! Nichtsdestotrotz gibt es einige Punkte, die du bezüglich deiner Lehrstellensuche beachten solltest.

Selbst wenn du dich bereits für einen Beruf entschieden hast, solltest du das Unternehmen, bei dem du deine Ausbildung antrittst, mit Bedacht wählen. Deine Entscheidung für einen passenden Ausbildungsbetrieb legt den Grundstein für deinen zukünftigen beruflichen Werdegang. Die Zeit vor den Bewerbungsfristen solltest du daher nutzen, um dich ausführlich über den aktuellen Ausbildungsmarkt zu informieren. Im Folgenden erfährst du, wie du eine passende Ausbildungsstelle findest, was du in Bezug auf deine Bewerbungsunterlagen beachten solltest und auf welche Tricks du zurückgreifen kannst, wenn dir deine Traum-Lehrstelle doch nicht so einfach in die Arme fällt. Schließlich gibt es immer mehrere Wege, die zum Ziel führen!

Die Vorbereitungszeit

Wenn du dich auf die Suche nach einer geeigneten Ausbildungsstelle machst, gilt es stets im Hinterkopf zu behalten, dass der Ausbildungsberuf auch wirklich zu dir, deinen Qualifikationen sowie Interessen passen sollte. Manchmal stellen wir uns einen bestimmten Job für unsere Zukunft vor und realisieren viel zu spät, worin unsere eigentlichen Stärken liegen. Bevor du dich auf die Stellenausschreibungen aus Onlineplattformen und Zeitungen stürzt, solltest du dir überlegen, für welchen Ausbildungsberuf du die perfekten Voraussetzungen mitbringst. Es gibt beispielsweise Ausbildungsberufe, die gewisse Schulabschlüsse oder Vorpraktika für eine Bewerbung voraussetzen.

Wenn aus der Beschreibung der Ausbildungsstelle nicht ersichtlich wird, welche Herausforderungen die Ausbildung mit sich bringt oder anderweitige Fragen offen bleiben, kannst du dich telefonisch bei dem Betrieb selbst informieren.

Die Bewerbung

Die Auseinandersetzung mit deinen Bewerbungsunterlagen wird mit Sicherheit einen großen Teil deiner Vorbereitungszeit vor den Bewerbungsfristen in Anspruch nehmen. Schließlich bestimmt die Bewerbung, ob du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, oder nicht. Deine Bewerbungsunterlagen bestimmen den ersten Eindruck, den dein potenzieller Ausbildungsbetrieb von dir bekommt. Neben einem einwandfreien und ordentlichen Lebenslauf spielen hierbei auch Punkte wie deine persönliche Motivation und individuellen Qualifikationen eine entscheidende Rolle für den Personaler. In Bezug auf deinen Lebenslauf solltest du zum Beispiel stets darauf achten, dass die Daten chronologisch angeordnet sind und du ein professionelles Bewerbungsfoto einreichst. Das Bewerbungsanschreiben bietet dir den Raum,  deine persönlichen Stärken zu unterstreichen und die Gründe für deine Bewerbung darzulegen.  

Wenn deine Bewerbung gut angekommen ist, wirst du in der Regel zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Als A und O vor dem Interview gilt es, sich gründlich über das Unternehmen sowie die ausgeschriebene Stelle zu informieren. Die angemessene Kleidung solltest du natürlich auch nicht vergessen!

Solltest du von einem Vorstellungsgespräch noch weit entfernt sein - und nach wie vor nach deiner Traumausbildung suchen, können dir die folgenden Tricks gewiss eine Hilfe sein.

Tipps und Tricks zur Ausbildungssuche

1. Die Ausbildungssuche: Je früher, desto besser

In der Schulzeit fällt es uns meist schwer, uns bereits auf das nächste Kapitel zu konzentrieren. Besonders am Ende unserer schulischen Laufbahn kommen etliche Prüfungen auf einen jungen Menschen zu, die wenig Raum für Zukunftspläne zulassen. Jedoch: Je früher du dich auf die Suche nach einer geeigneten Ausbildung machst, desto höher sind deine Chancen, herauszufinden, welcher Job wirklich zu dir passt. Zudem lassen sich Lücken im Lebenslauf sowie Frust vermeiden, wenn du dich rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzt! Hinzu kommt, dass du während deiner Schulzeit von den Orientierungsangeboten für Schülerinnen und Schüler profitieren kannst. Meist gehört ein Besuch bei der Bundesagentur für Arbeit zu den klassischen Ausflügen in den letzten Schuljahren.

2. Eine Frage des Geldes: Gut bezahlte Ausbildungsjobs

Leider werden nicht alle Ausbildungsberufe gerecht entgeltet. Die Bezahlung sollte in Bezug auf deine Entscheidung für oder gegen einen Ausbildungsberuf nicht an erster Stelle stehen, jedoch ist sie auch kein unwichtiger Faktor.  In der Regel werden Jobs besser bezahlt, wenn sie ein abgeschlossenes Studium voraussetzen. Es gibt jedoch auch einige Ausbildungsberufe, die dir ein gutes und sicheres Gehalt garantieren. Achtung: Das Gehalt, das du während der Ausbildung bekommst, sagt nicht immer etwas über deine zukünftige Bezahlung aus!

Gut bezahlte Berufe, denen eine Ausbildung vorangeht, bringen meist eine gewisse Verantwortung mit sich. Diese bezieht sich in vielen Fällen entweder auf Menschen oder auf Finanzen. Kein Wunder also, dass sowohl kaufmännische Berufe als auch Berufe aus der Luftfahrtbranche zu den bestbezahltesten Ausbildungsberufen zählen. Die klassische Ausbildung im kaufmännischen Bereich ist die zur Bankkaufrau/ zum Bankkaufmann. Bereits während deiner Ausbildung verdienst du in diesem Beruf zwischen 900 Euro und rund 1.100 Euro, je nach Lehrjahr. Nach deinem Einstieg in das Berufsleben kannst du dich auf ein Jahresgehalt von etwa 35.000 Euro einstellen. Wenn du dir nicht vorstellen kannst, am Bankschalter zu arbeiten, hat die Finanz- und Versicherungsbranche auch noch andere Berufe zu bieten. Durch einige zusätzliche Qualifikationen kannst du beispielsweise zur Finanzassistentin/ zum Finanzassistent aufsteigen. Diese Ausbildung richtet sich in der Regel jedoch nur an Abiturientinnen und Abiturienten. Wenn du eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau/ zum Versicherungskaufmann abschließt, profitierst du bei den meisten Versicherungen zudem von zusätzlichen Provisionen für abgeschlossene Verträge.

Dass Pilotinnen und Piloten gut verdienen, ist kein Geheimnis. Berufspilotinnen und Berufspiloten tragen eine immense Verantwortung für das Flugzeug und die Menschen an Bord. Hinzu kommen Langstreckenflüge und nächtliche Einsätze, die keinen natürlichen Schlafrhythmus zulassen. Diese Aspekte machen das Steuern eines Flugzeuges sowohl  zu einer psychischen als auch zu einer physischen Herausforderung. Bewerberinnen und Bewerber werden daher gründlich überprüft und später durch ein Jahresgehalt von bis zu 62.000 Euro also Co-Pilot/Co-Pilotin und bis zu rund 100.000 Euro als Kapitän/Kapitänin belohnt. Jedoch ist der Pilotenberuf nicht der einzige, der in der Luftfahrtbranche gut bezahlt wird. Der Beruf des Fluglotsen geht ebenso mit einer großen Verantwortung einher. Fluglotsinnen und Fluglotsen regeln den Verkehr im Luftraum und beugen somit Problemen und im schlimmsten Fall sogar Unglücken in der Luft vor. In diesem Beruf kannst du mit einem monatlichen Einkommen von 5.000 bis zu 8.000 Euro rechnen. Nachtschichten und die Arbeit an Feiertagen werden häufig zusätzlich bezahlt.

Ein weiterer Berufsweg, der sichere Zukunftsaussichten mit sich bringt, ist der der Beamtin/des Beamten im mittleren Verwaltungsdienst. Als Beamtin oder Beamter im mittleren nichttechnischen Verwaltungsdienst arbeitest du zukünftig in der Verwaltung des Landes wie zum Beispiel in der Verwaltung von einzelnen Städten oder bei der Bundeswehr. Da du als Beamtin oder Beamter für die Bundesrepublik oder ein bestimmtes Bundesland arbeitest, genießt du neben einem guten Gehalt gewisse Vorteile wie eine besondere Absicherung im Alter. Das monatliche Gehalt beläuft sich auf bis zu circa 3.000 Euro brutto im Monat. Wie bei den meisten Ausbildungen, die auf die Versetzung in den Beamtendienst hinauslaufen, wird mindestens ein Realschulabschluss vorausgesetzt.

3. Die Themenspezifische Suche

Wenn du absolut keine Idee haben solltest, was du einmal werden möchtest, kannst du dich zunächst an deinen privaten Interessen orientieren. Wenn du gerne mit Menschen zusammen bist und über viel Empathie verfügst, könnte der Pflegebereich das Richtige für dich sein. Wenn du Kinder liebst, könnte wiederum eine Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher zu dir passen. Sportbegeisterte finden ihren Traumberuf vielleicht als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut in einem Sportzentrum. Den passenden Beruf finden wir nicht immer durch unsere privaten Hobbies, jedoch kann es eine erste Hilfe sein, sich über die eigenen Interessen und Stärken klarzuwerden. Heutzutage gibt es viele Jobbörsen im Internet, die sich auf die Ausbildungssuche nach spezifischen Themenfeldern spezialisiert haben. Auf diesem Wege stoßt ihr vielleicht sogar auf einen Traumausbildungsberuf, von dem ihr bislang noch nichts wusstet.

5. Unmögliches möglich machen

Der Bundesagentur für Arbeit zufolge gibt es aktuell besonders viele freie Stellen für Auszubildende und diese richten sich nicht einmal an Abiturientinnen oder Abiturienten. Die passende Stelle finden die meisten jungen Menschen trotzdem nicht auf Anhieb - oder eben gar nicht. Der Grund dafür liegt jedoch nicht bei den Bewerberinnen und Bewerbern, sondern häufig bei den Betrieben selbst. Viele Unternehmen schließen beispielsweise Hauptschülerinnen und Hauptschüler aus ihren Stellenausschreibungen aus. Dadurch, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler ihr Abitur machen, nimmt der Ruf des Hauptschulabschlusses stetig ab. Das hat folglich auch Konsequenzen für die Verteilung von Ausbildungsplätzen. Auch wenn du einen Hauptschulabschluss hast, kannst du von diesem Wissen profitieren, indem du dich telefonisch bei dem Unternehmen meldest und sie bereits am Telefon von dir und deinen Qualifikationen überzeugst.

Es steht außer Frage, dass du dich mit deinen Stärken und Schwächen auseinandersetzen solltest, bevor du dich für einen Ausbildungsberuf entschiedest. Nichtsdestotrotz gibt es Stellenausschreibungen, die Anforderungen voraussetzen, die ein junger Mensch kaum erfüllen kann. Lass dich also nicht sofort von Anforderungsprofilen einschüchtern. Teilweise greifen Unternehmen auch auf vorgefertigte Anforderungsprofile zurück, um sich die Arbeit zu erleichtern. Wenn du einige der geforderten Qualifikationen mitbringst, solltest du dich trotzdem auf die Lehrstelle bewerben oder vorab bei einem Telefonat abklären, ob gewisse spezifische Anforderungen ein Muss sind.

Wenn du trotzdem keine passende Ausbildung findest, kannst du es auch über einen Umweg in deinen Traumbetrieb schaffen. Viele Unternehmen freuen sich über Praktikantinnen oder Praktikanten, obwohl sie diese Stellen nicht offiziell ausgeschrieben haben. Bewirb dich initiativ für ein Praktikum und lerne das Unternehmen auf diesem Wege besser kennen. Durch ein Praktikum kannst du zudem überprüfen, ob sich deine positiven Erwartungen an das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb bestätigen.

Ein weiterer Tipp, auf den du dich verlassen kannst, ist Vitamin B! Die Ausbildungssuche kann eine verzwickte Angelegenheit sein und aus den verschiedensten Gründen nicht so klappen, wie du es dir eigentlich vorgestellt hattest. Die Kriterien von Ausbildungsbetrieben können sehr verschieden sein. Es gibt jedoch einen Trick, der bei den allermeisten Unternehmen funktioniert: Die Vermittlung über Kontakte. Die Personaler müssen sich in der Regel zwischen mehreren Bewerberinnen und Bewerbern entschieden und diese Entscheidung fällt meist eng aus. Wenn du eine Person aus dem Betrieb kennst, verbessert das deine Chancen auf die Ausbildungsstelle erheblich. Du musst nicht gleich jemanden aus der Chefetage kennen, teilweise reicht es schon, wenn du mit der Tochter eines langjährigen Mitarbeiters zur Schule gegangen bist.

Fazit

Die Ausbildungssuche ist kein leichtes Spiel. Meist beginnt die Suche nach einer passenden Ausbildung bereits während der Schulzeit oder direkt nach den Prüfungen. Da die meisten Ausbildungen am 1. August beginnen, lohnt es sich dennoch rechtzeitig mit der Suche zu beginnen. Heutzutage gibt es ein großes Angebot an Ausbildungsstellen, die ein gutes Gehalt versprechen und dir Aufstiegsmöglichkeiten bieten. Eine strukturierte Recherche nach verschiedenen Ausbildungsberufen zahlt sich am Ende gewiss aus. Zudem wirst du davon profitieren, die Hoffnung nicht gleich bei der ersten Absage aufzugeben. Es gibt genügend alternative Wege, die richtige Ausbildung zu finden und ein Unternehmen kennenzulernen. Die Betriebe ziehen schließlich auch einen Nutzen aus ihren Auszubildenden. Mit den Tipps und Tricks aus diesem Artikel haben wir hoffentlich etwas Licht ins Dunkle der Ausbildungsplatzsuche gebracht.