- Unzufrieden in der Ausbildung und keiner hilft dir? Du bist nicht allein! Wir zeigen dir die häufigsten Probleme während er Ausbildung und wie du sie lösen kannst
- 1. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) als Leitfaden
- 2. Grenzen erkennen und kommunizieren
- 3. Überforderung vermeiden
- 4. Unangemessene oder riskante Aufgaben
- 5. Fehlende Einweisung und Unterstützung
- 6. Fokus auf relevanten Tätigkeiten! Niemand muss 24/7 Kaffe kochen und kopieren
- 7. Der Ausbildungsrahmenplan
- So schaffst du es aus deiner blöden Situation:
Unzufrieden in der Ausbildung und keiner hilft dir? Du bist nicht allein! Wir zeigen dir die häufigsten Probleme während er Ausbildung und wie du sie lösen kannst
Eine Ausbildung ist eine aufregende Phase, in der ihr euch beruflich entfalten und wertvolle Erfahrungen sammeln könnt und sollt. Während dieser Zeit werdet ihr mit verschiedenen Aufgaben konfrontiert, die euch dabei helfen, eure Fähigkeiten zu entwickeln und euer Potenzial zu entfalten. Doch was tun, wenn euch Aufgaben zugewiesen werden, die über eure Kompetenzen hinausgehen oder eurer Ausbildung nicht entsprechen? In diesem Artikel erfahrt ihr, welche Möglichkeiten ihr als Auszubildende habt und wie ihr Probleme aus dem Weg schafft. Bevor ihr eure Ausbildung in Frage stellt und übers Hinschmeißen nachdenkt, versucht es erst einmal mit unseren Tipps.
1. Das Berufsbildungsgesetz (BBiG) als Leitfaden
Das Berufsbildungsgesetz bildet die rechtliche Grundlage für eure Ausbildung. Es regelt die Rechte und Pflichten sowohl der Auszubildenden als auch der Ausbildungsbetriebe. Laut BBiG darf euch nur eine Ausbildung vermittelt werden, die dem Ausbildungsberuf entspricht und euren Fähigkeiten angemessen ist. Solltet ihr Aufgaben erhalten, die nicht zum Ausbildungsplan gehören oder über eure Fähigkeiten hinausgehen, habt ihr das Recht, diese abzulehnen.
2. Grenzen erkennen und kommunizieren
Als Auszubildende stehen euch nicht immer alle Fähigkeiten und Kenntnisse zur Verfügung, um jede Aufgabe sofort bewältigen zu können. Es ist daher wichtig, dass ihr eure eigenen Grenzen erkennt und diese gegenüber eurem Ausbilder oder eurer Ausbilderin offen kommuniziert. Sprecht darüber, welche Aufgaben ihr gerne übernehmen würdet und welche Unterstützung ihr benötigt, um eure Kompetenzen weiterzuentwickeln.
3. Überforderung vermeiden
Es kann vorkommen, dass euch zeitlich zu viele oder zu komplexe Aufgaben zugewiesen werden, was zu Überforderung führen kann. Hier ist es ratsam, nicht sofort abzulehnen, sondern das Gespräch zu suchen. Gemäß dem BBiG soll eure Ausbildung so gestaltet werden, dass sie euren Fähigkeiten entspricht und ihr die Ausbildungsziele erreichen könnt. Gemeinsam mit eurem Ausbilder oder eurer Ausbilderin könnt ihr Lösungen finden, um die Arbeitslast angemessen zu verteilen.
4. Unangemessene oder riskante Aufgaben
Gemäß dem BBiG ist eure Sicherheit und Gesundheit während der Ausbildung von höchster Bedeutung. Ihr habt das Recht, Aufgaben abzulehnen, die euch unangemessen erscheinen oder ein Sicherheitsrisiko darstellen. Hierbei ist es wichtig, dass ihr eure Bedenken sachlich und respektvoll kommuniziert und mögliche Alternativen besprecht, um die Aufgaben sicher und verantwortungsvoll zu erledigen.
5. Fehlende Einweisung und Unterstützung
Als Auszubildende habt ihr das Recht auf eine angemessene Einweisung und Unterstützung bei der Ausführung eurer Aufgaben. Solltet ihr mit einer Aufgabe konfrontiert werden, für die ihr keine ausreichende Einweisung erhalten habt oder euch die nötige Unterstützung fehlt, zögert nicht, dies anzusprechen. Eure Ausbilder sollten euch die Möglichkeit geben, euch einzuarbeiten und euch bei Bedarf Hilfestellung geben, damit ihr eure Aufgaben erfolgreich bewältigen könnt.
6. Fokus auf relevanten Tätigkeiten! Niemand muss 24/7 Kaffe kochen und kopieren
Die Ausbildung soll euch relevante Fertigkeiten und Kenntnisse für euren Beruf vermitteln. Tätigkeiten wie Flur putzen, Kaffee kochen oder stundenlanges Kopieren sollten nicht den Hauptteil eurer Ausbildung ausmachen. Laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) und Handwerksordnung (HwO) sind die Ausbildungsinhalte genau festgelegt, um eine praxisorientierte und zielgerichtete Ausbildung sicherzustellen. Wenn ihr das Gefühl habt, dass unwichtige Tätigkeiten überwiegen, sprecht mit eurem Ausbilder darüber, da eure Ausbildung euch auf eine erfolgreiche berufliche Zukunft vorbereiten soll. Nutzt die Möglichkeiten, um das Beste aus eurer Ausbildung herauszuholen und euer berufliches Potenzial zu entfalten.
7. Der Ausbildungsrahmenplan
Du solltest im Ausbildungsrahmenplan genau nachsehen, welche Tätigkeiten du in deiner Lehre machen musst - und welche nicht. Der Ausbildungsrahmenplan ist ein entscheidendes Instrument, das euch als Auszubildende dabei unterstützt, euren Ausbildungsweg im Blick zu behalten und sicherzustellen, dass ihr die relevanten Fähigkeiten und Kenntnisse für euren Berufsabschluss erwerbt. Dieser Plan beschreibt detailliert die Inhalte und Ziele eurer Ausbildung und gibt Aufschluss über die einzelnen Ausbildungseinheiten sowie die geforderten Lernziele.
Der Ausbildungsrahmenplan wird in der Regel beim Vertragsschluss eurer Ausbildung überreicht, und ihr solltet ihn sorgfältig studieren. Er gibt euch nicht nur eine Orientierung darüber, welche Themen und Tätigkeiten während eurer Ausbildung behandelt werden, sondern auch darüber, wie euer Lernfortschritt überprüft und bewertet wird. Auf diese Weise könnt ihr sicherstellen, dass ihr euch im Laufe eurer Ausbildung gezielt weiterentwickelt und die Anforderungen für euren Berufsabschluss erfüllt.
Sollte euch der Ausbildungsrahmenplan nicht direkt beim Vertragsschluss überreicht werden, ist es wichtig, aktiv danach zu fragen. Jeder Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, euch diesen Plan zur Verfügung zu stellen, da er eine wichtige Grundlage für eure Ausbildung bildet. Bei staatlich anerkannten Abschlüssen könnt ihr den Ausbildungsrahmenplan auch über die Seite des Bundesinstituts für Berufsbildung (www.bibb.de) abrufen.
Indem ihr den Ausbildungsrahmenplan regelmäßig überprüft und als Leitfaden nutzt, könnt ihr sicherstellen, dass ihr eure Ausbildungsinhalte im Blick behaltet und gezielt an euren Fähigkeiten arbeitet. Falls ihr während eurer Ausbildung mit Aufgaben konfrontiert werdet, die nicht im Rahmenplan vorgesehen sind oder euch unsicher seid, ob sie eurer Ausbildung entsprechen, könnt ihr den Plan als Grundlage nutzen, um das Gespräch mit eurem Ausbilder oder eurer Ausbilderin zu suchen.
Das BBiG schützt eure Rechte als Auszubildende und unterstützt euch, eine qualitativ hochwertige Ausbildung zu erhalten. Nutzt eure Stimme, um offen über eure Anliegen und Bedenken zu sprechen und gemeinsam mit euren Ausbildern und Ausbilderinnen Lösungen zu finden. Eure Ausbildungszeit soll eine wertvolle Erfahrung sein, die euch bestmöglich auf euren beruflichen Weg vorbereitet.
So schaffst du es aus deiner blöden Situation:
Der Umgang mit solchen Problemen in der Ausbildung erfordert ein bewusstes und proaktives Vorgehen von dir. Nimm dir folgende Schritte zu Herzen und bring deine Ausbildung wieder in eine Balance mit deinem Leben:
- Kläre deine Ausbildungsinhalte: Stelle sicher, dass du den Ausbildungsrahmenplan genau kennst und weißt, welche Tätigkeiten und Lernziele für deine Ausbildung relevant sind. Wenn du unsicher bist, welche Aufgaben angemessen sind, kannst du den Rahmenplan als Orientierung nutzen.
- Kommuniziere offen und respektvoll: Wenn du mit Aufgaben konfrontiert wirst, die deiner Ausbildung nicht entsprechen oder dich überfordern, sprich mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin darüber. Bleibe dabei höflich und respektvoll, aber sei deutlich in deinen Anliegen.
- Suche das Gespräch: Falls du das Gefühl hast, dass zu viele unwichtige oder repetitive Tätigkeiten deine Ausbildung bestimmen, suche das Gespräch mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin. Erkläre, dass du deine berufliche Entwicklung fördern möchtest und gerne an relevanten Aufgaben arbeiten möchtest.
- Frage nach Unterstützung: Wenn du das Gefühl hast, dass dir eine angemessene Einweisung oder Unterstützung fehlt, zögere nicht, danach zu fragen. Eine gute Ausbildung sollte dir die Möglichkeit geben, dich weiterzuentwickeln und neue Fähigkeiten zu erlernen.
- Informiere dich über deine Rechte: Kenne deine Rechte als Auszubildende(r) gemäß dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) oder der Handwerksordnung (HwO). Informiere dich über die Vorgaben für deine Ausbildung und nutze diese als Grundlage für das Gespräch mit deinem Ausbilder.
- Bleibe lernorientiert: Fokussiere dich auf deine berufliche Entwicklung und nutze die Gelegenheit, dich mit relevanten Aufgaben weiterzuentwickeln. Suche nach Möglichkeiten, deine Fähigkeiten zu verbessern und neue Erfahrungen zu sammeln.
- Suche nach Lösungen: Sei bereit, gemeinsam mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin nach Lösungen zu suchen, um deine Ausbildung qualitativ hochwertig und zielgerichtet zu gestalten.
- Suche Unterstützung: Wenn das Gespräch mit deinem Ausbilder nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt, scheue dich nicht, Rat bei der Ausbildungsleitung, der Ausbildungsbeauftragten oder der zuständigen Kammer einzuholen.
Wichtig ist, dass du aktiv bleibst und dich für deine berufliche Entwicklung einsetzt. Eine qualifizierte Ausbildung ist entscheidend für deine Zukunft, daher solltest du die Chancen nutzen, die dir geboten werden, um das Beste aus deiner Ausbildungszeit herauszuholen.
Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude bei deiner Ausbildung!